da hatte die Polizei mal endlich einen richtig guten Auftrag

Polizei rettet Teddy von der Autobahn

Einen kuriosen Einsatz hatte die Autobahnpolizei gestern auf der Autobahn 61 bei Gau-Bickelheim. Der Teddybär eines Fünfjährigen wurde “vor dem sicheren Tod” gerettet!

Ein verlorener Teddy liegt auf der Straße...

Einen Polizeieinsatz zur Rettung eines Teddybären hat es auf der Autobahn 61 gegeben. Und das kam so: Im Auto seiner Mutter hielt der fünfeinhalbjährige Marlon am Montagnachmittag sein Kuscheltier so nah an das offene Fenster, dass es durch den Fahrtwind ins Freie gesogen wurde. Der Teddy landete bei Gau-Bickelheim auf der Fahrbahn, wie die Autobahnpolizei am Mittwoch weiter mitteilte.

Der Junge war außer sich vor Schmerz über den Verlust. Die Mutter versuchte ihn mit Gummibärchen und Besuch im Schnellrestaurant zu beruhigen – aber vergeblich. In ihrer Not alarmierte sie gegen 16.30 Uhr die Autobahnpolizei. Diese schickte Polizisten los. Sie fanden den Teddy unbeschadet auf der Autobahn und retteten ihn “vor dem sicheren Tod”, so der Polizeibericht. Bald darauf konnte der Fünfjährige seinen heiß geliebten Teddy zu Hause in Münster-Sarmsheim (Landkreis Mainz-Bingen) wieder in die Arme schließen und ganz fest halten.

und Kuscheltierväter

 Die Jungen waren nicht weniger bei der Sache! Wer ein richtiger Kuscheltiervater ist, der kümmert sich!

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Hase hat zuviel Möhren gefressen

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was kann man da machen?

zwei-in-der-teddyklinik.jpgein Patient liegt schon auf dem Untersuchungstisch

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sein kleiner Wal ist traurig, weil er so klein ist

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Teddy bekommt schon mal ein Pflaster

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au weia, da sieht man ja, wo er sich das Bein gebrochen hat!

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und jetzt heißt es, ganz vorsichtig sein!

Kuscheltiermütter

Nicht alle Kinder waren so richtig bei der Sache. Vielleicht kam es für sie zu überraschend oder sie waren nicht wirklich auf dieses Erlebnis eingestellt. Außerdem lenkten die vielen weißen Kittel ein wenig ab und es ging auch manchmal etwas hektisch zu, so dass manches Kind nicht wirklich überlegen konnte, was mit seinem Kuscheltier los war.

Aber für viele Kinder war es eine sehr ernste Angelegenheit:

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Teddy hat da Bauchweh

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erst mal messen

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Mama lauscht der Diagnose

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zwei müssen warten

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endlich richtig verarztet

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behutsam wird der kranke Bär heimgetragen

Teddyklinik an der Helios-Klinik in Erfurt am 2.6.2010

Am Donnerstag war die Teddyklinik in Erfurt: 85 MedizinstudentInnen, 9 Studierende der Sozialpädagogik, 650 Kindergartenkinder und viele, viele Kuscheltiere, Teddys und Puppen …

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Das Wetter spielte mit. Endlich gab es blauen Himmel und warme Sonne.

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Manches Kuscheltier und manche Puppe  hatte es hart getroffen. Die Eltern waren besorgt.

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Erst ging es zum Anamnesegespräch.

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Wiegen, Messen, und das Gespräch mit den Kuscheltiereltern, so ging es  los.

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Manches Kuscheltier musste noch weiter untersucht werden.

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Immer wieder war eine OP nötig – und die Eltern saßen dabei und konnten ihr Kuscheltier beruhigen…

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Beine, Schwänze und Arme wurden liebevoll verbunden.

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In vielen Fällen wurde geröngt. Man wollte schließlich sicher gehen.

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Für zu Hause gab es wichtige Ratschläge, ein Rezept und  für so manches Kuschel auch eine Tapferkeitsmedaille.

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Wer kommt mit zur Teddyklinik?

In vielen Städten Deutschlands finden alljährlich in den großen Universitätskliniken sogenannte “Teddykliniken” statt.

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Studierende der Medizin versorgen einen ganzen Tag lang – als Ärzte gekleidet und mit  dem gesamten medizinischen Equipment ausgestattet, das eine Arztpraxis und ein Krankenhaus hergibt –  kranke Kuscheltiere, Teddys und Puppen . Die werden von ihren Müttern und Vätern vorgestellt und liebevoll durch die Prozedur begleitet. Meist sind es Kindergartenkinder aus den Einrichtungen der Stadt. Viele Kinder kommen auch alleine und auf eigenen Antrieb.

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Die Sorgen der Kuscheltier-Eltern sind groß und vielfältig. Kuscheltiere können alle Krankheiten bekommen, die auch Kinder haben können und noch viel mehr dazu. Da kam einmal eine Krake, die war mit ihrem Fahrrad über einen ihrer Fangarme gefahren. Ein Eisbär hatte Angst vor Schnee. Ein Häschen naschte immer wieder unerlaubter Weise an der Pizza seiner Besitzerin – was auf für Hasen untypische Gelüste hinweist.  Aber die Tiere haben auch Schnupfen, Keuchhusten, Masern und Windpocken, gebrochene Beine oder Verbrennungen, Kopfweh oder Bauchschmerzen.

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Die jungen ÄrztInnen tuen was sie können. Erst wird das Krankheitsbild aufgenommen und der Patient gemessen und gewogen und gründlich untersucht. Manchmal gibt es nur einen Rat oder ein Rezept, andermal muss Teddy zum Röntgen, es wird gespritzt und geimpft oder das  arme Tier  wird sogar an Ort und Stelle operiert.

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Teddykliniken sind immer ein großer Erfolg. Ziel ist es, auf diese Weise Kindern Wissen über Krankheiten und ihre Ursachen zu vermitteln und ihnen die Angst vor dem Arzt oder dem Krankenhaus zu nehmen. Den jungen Medizinen macht das Ganze einen riesigen Spaß. Manche bleiben alljährlich dabei, auch wenn sie schon im 10 Semester sind.

In diesem Jahr wird eine StudentInnengruppe meiner FH an der Teddyklinik im den Helios-Klinikum in Erfurt mitmachen. Prof. Dr. Sauerbrey hat uns freundlicherweise eingeladen teilzunehmen und bei dieser Gelegenheit Beobachtungen zu machen über den Umgang der Kinder mit ihren kranken Lieblingen. Wir werden als ArztassistentInnen ausgewiesen, in grüne Sachen gesteckt und führen bei den Anamnesen das Protokoll.

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Am 3. Juni steigt das Ereignis. Vorher freilich erarbeiten sich die Studenten noch die notwendigen fachlichen Hintergründe und entwickeln interessante, kindgemäße Fragen.
Zwei männliche Studenten sind dabei, die ehrlich zugegeben haben, dass sie heute nicht mehr wissen, wo ihr altes Lieblingskuscheltier ist. Ich nehme an, am 4. Juni werden sie sich spätestens auf die Suche danach machen.

Die Mensch-Tier-Beziehung spiegelt sich in der Kuscheltier-Kind-Beziehung

Die Mensch-Tier-Beziehung ist voller Lern- und Erfahrungschancen. Die folgenden Beobachtungen treffen analog auch für das Spiel mit Puppen zu.

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  • Für den Menschen ist ein Haustier oder ein gezähmtes Tier ein Wesen, für das er Verantwortung übernehmen muss.

Auch das Kuscheltier löst im Kind grundsätzlich die Annahme aus, sein Tier brauche seine Fürsorge und seinen Schutz. Viele Kinder gehen sehr sorgfältig, fürsorglich und verantwortungsvoll mit ihren Kuscheltieren um. Das Kind kann mit seinem Kuscheltier Verantwortung und Fürsorge üben und lernen.
Natürlich passiert hier in der Realität nichts, wenn das Kind sein Kuscheltier vernachlässigt. Deswegen entfällt bei Kuscheltieren natürlich auch die Chance, die von Erziehern in der Kind-Tier-Beziehung gesehen wird, dass nämlich das Kind im Umgang mit seinem Tier notwendig Regelmäßigkeit, Verantwortung und Pünktlichkeit  erlernt, weil der Schaden, den es sonst seinem Tier zufügt, deutlich für das Kind erkennbar ist.  Andererseits hat das aber den Vorteil , dass die Liebe zwischen Kind und Kuscheltier keiner elterlichen Hilfe und Kontrolle bedarf. Somit ist das Kuscheltier wirklich der erste selbständig gewählte Partner des Kindes und das Kind kann diese Beziehung auch aus eigener Kraft und in eigener Regie gestalten und durchhalten.

  • Die Liebe zu einem Tier gibt dem Kind die Möglichkeit, die Gefühle eines anderen Lebewesens  wahrzunehmen, sich in andere Lebenwesen und deren Erleben hineinzuversetzen, sie zu verstehen und mit ihnen zu empfinden. Da man letztlich mit einem Tier nur nonverbal kommunizieren kann, lernt man, die Körpersprache des Tieres zu deuten. Außerdem wird so der eigene Umgang mit Mimik, Gestik und Körpersprache geschult.
    Das alles gelingt aber nur, wenn eine Bindung zwischen Mensch und Tier besteht. Allein der Besitz eines Tieres bringt in dieser Hinsicht gar nichts.

Im Umgang mit seinem Kuscheltier übt und lernt das Kind das Hineindenken und Verstehen anderer Wesen und nonverbales Kommunizieren, auch wenn die Lebendigkeit seines Partners nur in seiner Phantasie existiert.  Die Beziehung eines Kindes zu seinem Kuscheltier ist geprägt von Empathie und Kommunikation.

Was hat ein Kuscheltier außerdem der Puppe voraus?

Warum sind Kuscheltiere meistens wirklich Tiere?

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2. Beobachtung:
Ein Tier darf in unserer Kultur – im Unterschied zum Menschen – ohne Weiteres berührt und gestreichelt werden, um ihm Zuneigung zu vermitteln. Einen Menschen, selbst ein fremdes Kind, wird man nicht so ohne Weiteres anfassen.
Bei Tieren kann man Gefühle zulassen. Das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Kontakt darf ausgelebt werden.

Das KuscheltTIER transportiert diese Aufforderung zum Anfassen und die Akzeptanz des berührt werden Wollens in hohem Maße. Bei Puppen ist es sicher auch erlaubt, zu streichen und zu schmusen. Aber beim KuscheltTIER kommt hinzu, dass es auf grund seiner kuscheligen, fellartigen Oberfläche und seiner rubusten Weichheit und Knautschbarkeit selber berührt, taktile Erlebnisse vermittelt, selber Zärtlichkeit schenkt.
Das aber kann eine Puppe nicht leisten, es sei denn, sie sieht z. B.aus wie der letztens vorgestellte “König”.

3. Beobachtung:

  • Ein Tier lässt nicht alles mit sich machen. Der Mensch kann ihm seinen Willen nicht aufzwingen. Ein Tier wird sich wehren, wenn ihm wehgetan wird oder wenn man von ihm etwas erwartet, was nicht seiner Natur entspricht. Der Mensch ist gezwungen, das Tier zu respektieren und seine Grenzen und Bedürfnisse zu akzeptieren.

Auch KuscheltTIERE, insbesonders große, starke und wehrhafte Arten, strahlen diese Autonomie aus und fordern für sich Respekt vom Kind. Natürlich kann ein Kind mit einen Kuscheltier theoretisch und auch praktisch alles anfangen, was ihm einfällt. Tatsächlich aber empfindet es  Respekt vor seinem Kuscheltier und dessen eigenem, fremden Wesen. Das Kind sieht sich gegenüber seinem Kuscheltier nicht in der Rolle des Beherrschers. Vielmehr wird das Kuscheltier mit seinen besonderen Fähigkeiten und Stärken als Ergänzung der eigenen Person gesehen. Kind und Kuscheltier gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein.
Eine Puppe dagegen ist immer der hilflosere Teil der Beziehung. Hier ist vom Kind gegenüber der Puppe zwar Verantwortung und Fürsorge aber kein Respekt gefordert für dessen Eigenheiten und Stärken.   Eine Puppe wird  i.d.R. vom Kind nicht als gleichberechtigter Partner angesehen.

Beobachtung 4:

  • Der Umgang mit einem Tier wirkt auf Menschen beruhigend und entspannend. So können Ängste und Aggressionen abgebaut werden. Anders als beim Umgang mit Menschen ist dieser Effekt in jedem Fall zu erwarten.

Kuscheltiere wirken in hohem Maße Angst reduzierend, entspannend und tröstend.

Warum sind Kuscheltiere eigentlich (meistens) Tiere?

Der jüngst hier vorgestellte König ist zweifellos eher eine Puppe, also die Abbildung einer menschlichen Gestalt. Er ist anschmiegsam und kuschelig und erfüllt somit dennoch alle Kriterien eines “Kuscheltieres”. Im Unterschied zum hartgestopften klassischen Teddy und zur klassischen Puppe ist er knuddelfähig, weich und seine Oberfläche fühlt sich an wie Fell.

Dennoch: Die meisten “Kuscheltiere” sind  Abbildungen von echten Tieren: in der Mehrzahl sind es die klassischen Haustiere. Aber auch alle Tiere, denen man im Zoo begegnen kann, gibt es als Kuscheltiere – bis hin zu Insekten und Vögeln.

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Paul mit Ele

Das heißt: nicht unbedingt die Menschenähnlichkeit ist typisch für das heute übliche “Kuscheltier” sondern die Tierähnlichkeit. Was bedeutet das?
Ist das vielleicht in Hinweis darauf, dass in unserer Gesellschaft Kinder z.B. zu wenig Kontakte und Erfahrungen mit echten Tieren machen können?
Oder muss das als eine Art Verarmung des kindlichen Spielens gesehen werden?
Es gibt m. E. gute Gründe, warum das Kuscheltier  meistens tatsächlich ein Tier ist.

1. Beobachtung:
Die Beziehung zwischen Mensch und Tier weist einige Besonderheiten auf, die es so in der zwischenmenschenlichen Kommunikation nicht gibt. Und gerade die sind attraktiv, für Kinder und auch für Erwachsene. Sie spielen bei der Rolle der KuschelTIERE für uns eine große Rolle.

  • Ein Tier reagiert ehrlich und ganz direkt auf den Menschen. Es orientiert sich nicht am sozial erwünschten Verhalten, es orientiert sich auch nicht an Normen. Es bewertet seine Menschen nicht.  Es ist authentisch. Es achtet weder auf die Kleidung, noch auf die Sprache, das Benehmen oder gute Noten. Es akzeptiert und liebt einen Menschen ganz so, wie er ist. Während ein Kind sich z.B. von anderen beurteilt sieht und vielleicht Ablehnung erfährt aufgrund bestimmter Verhaltensweisen oder Eigenschaften, von seinem Tier wird es bedingungslos geliebt.
  • Ein Tier ist ein Wesen, vor dem man sich nicht verstellen kann aber auch nicht verstellen muss. Ein Tier freut sich über seinen Menschen oder aber es zeigt offen, dass es dessen Verhalten nicht akzeptiert. Es hilft Menschen, selber authentisch, selber sie selber zu sein und sein zu dürfen, es hilft ihnen, ihre Gefühle und ihr Verhalten nicht zu unterdrücken.
  • Der Umgang mit Menschen ist vielleicht ab und an tiefer und wichtiger, aber er ist auch oft ambivalent und macht Angst. Tiere bleiben immer zuverlässig, sie sind treu in ihrer Zuneigung, sie sind da, wenn man sie braucht. Sie lassen Menschen nicht von sich aus allein. Sie bieten sicheren Schutz, sichere Zuneigung und Geborgenheit.
  • Das Tier hat immer Zeit. Es hört zu, es interessiert sich für seinen Menschen und damit für alles, was er ihm erzählt. Und es bewahrt alle Geheimnisse für sich. Wenn sein Mensch traurig ist, spürt es diese Traurigkeit und versucht zu trösten, wenn der Mensch sich freut, dann freut das Tier sich mit ihm.

Diese tierischen Eigenschaften und diese Besonderheiten der Tier-Mensch- und vielleicht auch ganz besonders der Tier-Kind-Beziehung  werden auf das KuschelTIER übertragen. Das Kind kann seinem Kuscheltier bedingungslos vertrauen, muss keine Angst haben, dass es im Stich gelassen, verletzt oder ausgelacht wird. Das Kind muss keine Angst haben, dass sein Spielkamerad es ablehnt, weil es vielleicht kleiner ist als andere Kinder oder schwächer, schüchterner oder weniger fix.

Das KuscheTIERE eignet sich daher zum echten Freund, zum strapazierfähigen Kumpel. Die Eigenschafte und Verhaltensweisen von Tieren werden beim Kuscheltier unterstellt und erlebt. Mit ihm sind viele Dinge möglich, die mit einer Puppe nicht denkbar sind.

Puppe – Teddy – Kuscheltier

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Tja, der Oberbegriff für Puppen, Teddys und Kuscheltiere, der fehlt wirklich. Ich bin durchaus der Meinung, dass alle drei sehr viel mit einander zu tun haben. Ganz persönlich bin ich außerdem eine Teddyliebhaberin, kein unbedingte Kuscheltierfan.

In gewissem Sinne drückt ja der Begriff “Puppe” das aus, was allen gemeinsam ist: eine  handliche und griffige Miniaturausgabe eines Lebewesens, die zum Spiel, insbesondere zum Rollenspiel anregt und gleichzeitig eine Beziehung zu diesem Lebewesen ermöglicht. So gesehen wäre “Puppe” der wissenschaftliche Begriff für dieses entwicklungspsychologische und anthropologisch so wichtige Phänomen.

 

Dass ich mich selber schwerpunktmäßig auf Kuscheltiere ausrichte, hat nicht nur den Grund, dass die Kuscheltiere heute die anderen “Puppen” aus den Kinderzimmern verdrängen. Am Kuscheltier interessieren mich Aspekte, die wirklich vor allem den Kuscheltier zuzurechnen sind.

1. Das Kuscheltier stellt keine menschliche Gestalt dar, sondern in der Regel wirklich ein Tier (natürlich mit Kindchenschema und vermenschlichter Persönlichkeit, aber doch ein Tier). In der Kuscheltierbeziehung wird neben dem Modell einer partnerschaftlichen zwischenmenschlichen Beziehung auch die Beziehung Mensch – Tier aktiviert.

 

2. Das Kuscheltier lebt von seiner Weichheit: nicht nur das weiche Fell, sondern auch die ganze Figur ist weich, kann “geknuddelt werden”, ohne ihre Form zu verlieren. Darin besteht die größte Attraktivität der Kuscheltiere, wie mir immer mehr klar wird: Sie sind zum kuscheln, schmusen, zärtlich sein, Zärtlichkeit geben und empfangen in hohem Maße geeignet. Das kann weder eine Puppe so noch ein alter strohgefüllter Teddybär, wie meiner.

 

3. Ich frage mich, warum gerade diese Funktion heute eine so große Bedeutung hat. Gab es früher nicht so einen großen Bedarf nach Zärtlichkeit und Berührung?

 

4. Schließlich reizt mich die Beobachtung, dass auch Jungen mit Kuscheltieren zärtlich und fürsorglich umzugehen pflegen – während sie praktisch nicht mit Puppen spielen bzw. dieses nicht öffentlich zugeben würden. Hier sehe ich eine Chance für die Entwicklung und Erziehung von männlichen Wesen, die z.B. ihre Vaterrolle auszufüllen bereit sind und die lernen, Gefühle zu haben, mitzuteilen und auch zu zeigen und die bereit sind, verantwortungsvoll und beschützend mit anderen Wesen umzugehen.

Das scheint mir z.B. in einer Zeit, wo wir uns wieder an Kriege gewöhnen sollen, bitter nötig. 

 

vertraut und dennoch unbekannt