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25.10.2008 von admin.
Ihre Vorstellung bin ich hier noch schuldig.
Sie ist viel länger bei mir als Aga, die Wildgansdame.
Jugendamtsente habe ich mir 1979 bei der Einrichtung meines Büros im städtischen Jugendamt angeschafft. Sie war für die Kinder gedacht, die manchmal mit ihren Eltern in mein Büro kamen. Das Spielzimmer war ein paar Türen weiter, aber es machte mir Spaß, den anderen Kollegen im Jugendamt zu zeigen, dass eine Abteilungsleiterin durchaus neben Aktenordnern auch Kuscheltiere für ihre Arbeit braucht.
In den folgenden Jahren bekam ich meine drei Kinder, die mich im Verlaufe der folgenden Jahre begeistert im Büro besuchten. Natürlich galt die Begeisterung nicht ungeteilt mir, sondern der Ente auf meinem Sofa, die ich nun “Jugendamtsente” betiteln musste, um eindeutig und unumstößlich klar zu machen, dass diese schöne, kuschelige Ente hier, ins Jugendamt gehörte und nicht zu uns nach Hause mitgenommen werden durfte. Sie bekam dadurch für meine Kinder nur noch mehr Reiz und wurde freudig begrüßt, verehrt und gekuschelt, sobald eins meiner Kinder zur Bürotür hereingestolpert war.
Als ich 14 Jahre später mein Büro räumen mußte, weil ich in eine andere Stadt und einen anderen Beruf wechselte, verlangte meine damals 5jährige Jüngste im Einvernehmen mit ihren Geschwistern klipp und klar, dass Jugendamtsente mitzukommen habe.
Ich kaufte eine neue Ente, auch schön, aber mit einem anderen, fremden Ausdruck im Gesicht - eben nicht unsere Jugendamtsente - und entführte sie. NUn hat sie ihren Altersruhesitz auf meinem Kleiderschrank und schaut dort zusammen mit ihrer Freundin Aga, was ich den ganzen Tag so treibe.
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25.10.2008 von admin.
Wer mag sowas?
Die ersten Kuscheltiere waren Bären, Hasen, Katzen, Hunde etc.
Im nächsten Schritt zog die gesamte Säugetierwelt in der Gestalt von Kuscheltieren in die Kinderzimmer einzog: Wilde Tiger und Löwen, Eichhörnchen, große Elefanten und Kamele, winzige Mäuse. Die Eigenschaften dieser Tiere wurden in gewisser Weise erhalten aber quasi für das Kind gezähmt. Der Elefant war jetzt so groß, dass man ihn in die Hand nehmen konnte, der Löwe war nicht mehr gefährlich, die Maus nicht mehr scheu und das Nilpferd drohte nicht mehr mit einem harten, spitzen Horn. Das weiche Material und die Darstellung aller Tiere als Jungtiere, als Tiere mit Kindchenschema, machten das möglich.
Schließlich wurde die gesamte Tierwelt einbezogen: Stachelige Tiere waren jetzt weich und anschmiegsam, Hühner hatten kein Gefieder sondern ein Fell und Fische waren nicht mehr nass und glatt, sondern ebenfalls mit weichem Fell bezogen. In der Natur bedrohlich wirkende Tiere wie Löwen und z.B. auch als ekelig empfundene Insekten oder Vögel konnten auf einmal als niedlich erfahren und ohne jede Gefahr gestreichelt werden.
Der bisher letzte Schritt in der Entwicklung des Kuscheltiermarktes war wohl die Herstellung von Gegenständen als Kuscheldinge: Telefone, Fernsehgeräte, Autos aber auch Glückswürfel, Schuhe und Briefkästen tauchten plötzlich als Kuschelwesen auf. Ob dies von Kindern in der gleichen Weise angenommen werden wird wie die Tierformen, wird sich zeigen. Die Fähigkeit der Kinder, auch die gegenständliche Welt als belebte Welt zu sehen (Animismus) könnte dafür sprechen. Mache der weiter unten beschriebenen Funktionen kann aber z.B. ein Kuscheltier-Esel weit besser einnehmen als z.B. ein mit Kuschelmaterial bezogenes Telefon.
Meine Online-Befragung (s. oben, Fragebogen) spricht bisher nicht dafür, dass eklige Viecher als Kuscheltier so richtig beliebt werden können. Aber es gibt doch Liebhaber dafür.
Für “Kuschelgegenstände” dagegen scheint sich niemand so richtig zu begeistern.
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