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29.11.2008 von admin.
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Ich möchte das Geheimnis des Kuscheltiers lüften, wenigstens die Tür dazu einen Spalt weit öffnen…
Ich möchte die Kuscheltiere aus ihrem wissenschaftlichen Dämmerschlaf herausreißen. Jedes Kind hat sie, ich schätze jede zweite Frau hat ein Kuscheltier mindestens als Schlüsselanhänger. Kuscheltiere erwarten uns in jeder Tankstelle und drängen sich auf als Wärmeflaschen, Zugluftstopper, Kugelschreiberköpfe, Wischtierchen für die Scheibe des Monitors….. Sie sind nett, sie sind kuschelig. Aber sie können viel mehr, …
Und es gibt auch viele Fragen.
Z.B. ist bis heute nicht wirklich geklärt, ob die oft auftretende intensive und enge Beziehung von kleinen Kindern zu ihren Kuscheltieren eine notwendige, gesunde Entwicklung ist oder eher als Hinweis auf ein Defizit, auf eine gestörte oder kritische Bindung zu den Eltern verstanden werden muss.. Ebenso interessiert mich, ob es bestimmte Menschentypen, Menschen mit bestimmten Eigenschaften z.B., sind, die der Kuscheltierliebe anheim fallen.
Auch die Geschlechterfrage steckt für mich in diesem Thema: Ich habe ein wenig die Hoffnung, dass meine Hypothese stimmt, dass Jungen durch ihre Kuscheltiere dazu gebracht werden, im Spiel auch sorgende und pflegende Rollen zu erlernen und z.B. Gefühle zuzulassen und zu zeigen. Das Puppenspiel ist für Jungen heute so out wie in meiner Kindheit. Aber mit Kuscheltieren spielen auch sie „Vater, Mutter, Kind“ und sie streicheln es, zeigen und genießen Zärtlichkeit, knüpfen Liebesbeziehungen. Eine neue Generation von engagierten Vätern und liebesfähigen Männern, das wäre dann vielleicht eine Chance, die wir u. a. dem Kuscheltier zu verdanken hätten.
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25.11.2008 von admin.
In irgendeiner Stadt, ich weiß nicht mehr wo und warum ich dort war, fiel mir abends so gegen 21.00 Uhr eine ältere Frau auf, die vor dem Schaufenster eines Spielwarenladens stand. Es war schon dunkel und die Straßen waren ziemlich leer. Ich sah, dass sie etwas verwahrlost aussah, auch verwirrt, ich vermute, sie war eine Alzheimerpatientin. Ich hatte wenige Wochen vorher eine ähnliche alte Dame getroffen, die aus einer Pflegeeinrichtung weggelaufen war und nun in den Straßen der Stadt herumirrte und Wege und Ort suchte, die sie aus ihrer Kindheit kannte. So etwas wird hier vermutlich auch vorgelegen haben. Diese Frau stand jedenfalls vor dem Schaufenster und betrachtete dort aufgebaute Kuscheltiere. Sie trat von einem Bein auf das andere, ungeduldig und auch verzweifelt und jammerte leise vor sich hin „Teddy, mein Teddy, ich will meinen Teddy“. Der Anblick war herzzerreißend, anrührend und erschreckend zugleich. Diese Frau wurde umgetrieben von einem Bedürfnis, für das sie keine Erklärung mehr zu haben schien als diese Idee: Sie brauche so dringend einen Teddy.
Ich glaube, die Szene wurde dadurch unterbrochen, dass eine andere Frau zu ihr trat und sie vom Schaufenster wegzerrte. Es war ihr offensichtlich furchtbar peinlich, dass wir das Ganze mit angesehen hatten.
Solche Erfahrungen geben zu denken. Was kann ein Kuscheltier geben, was ein Mensch nicht geben kann, fragt man sich.
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24.11.2008 von admin.
Man kann es nicht sehen: Timmel hat keinen Stummelschwanz. Er schämt sich deshalb ein bisschen.
Wir wissen, dass Teddys eigentlich nie Schwänze haben. Aber er glaubt es mir nicht, weil seine Verwandten, große, braune Bären genannt Knölli und Black Jim eben solche Stummelschwänze haben und behaupten, dass sei viel besser und viel echter und überhaupt…. Und Timmel fühlt sich diskriminiert.
Wenn sie ihn ärgern wollen, sagen Sie nur so was wie “ach ja, die Welt ist eben voller schwanzloser Bären” und Timmel ist für Tage sauer und will mit niemand sprechen, selbst nicht mit seiner Mutter, meiner jüngsten Tochter.
Deshalb treibt er sich auch in der Weltgeschichte herum, mal ist er bei meiner Tochter in ihrer Studierbude, mal bei mir, selten zu Hause bei seinen stolzen und bornierten Verwandten. Armer Timmel! Dabei ist doch er der normale Bär. Aber er glaubt es einfach nicht.
Es geht den Kuscheltieren wie den Leuten.
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21.11.2008 von admin.
Die so genannte „Charakterkatze“, eine schon etwas abgegriffene, auf dem Flohmarkt für eine Mark erstandene Plüschkatze, die wegen ihres etwas strengen Gesichtsausdruckes diesen Namen erhielt, lehrte uns vor 25 Jahren etwas über die Macht und Magie der Kuscheltiere.
Meine Tochter war noch viel zu klein, um etwas mit einer Kuschelkatze anfangen zu können. Ich legte sie ihr aber in den Kinderwagen, weil ich hoffte, dass sie sie eines Tages entdecken würde.
Als ich mit meinem Mann und seinem Sohn die erste Urlaubsnacht verbrachte, konnte der kleine Max, damals 4 Jahre alt, nicht schlafen, weil er alleine in einem fremden Zimmer liegen musste. Das Baby aber, unsere Tochter, schlief natürlich bei uns im Bett. Nachdem Max zum 6. Mal weinend aus seinem Zimmer gekommen war und uns geweckt hatte, drückte ich meinem Mann die Charakterkatze in die Hand, die dort bisher unbemerkt im Kinderwagen gelegen hatte. Der war so erledigt von dem ständigen Geweckt werden, dass er sich zu allem bereit fand: Die Katze kam zu Max ins Bett und ihr wurde laut und deutlich der Auftrag erteilt, auf Max aufzupassen und dafür zu sorgen, dass ihn ja keiner beim Schlafen stören würde.
Max drückte die Kuschelkatze mit dem strengen Blick an sich, wischte an ihrem abgeschabten Fell seine Tränen ab und war innerhalb von 1 Minute tief und fest eingeschlafen. Als er morgens aufwachte, hielt er die Charakterkatze noch fest in seinen Armen.
Nach diesem Ereignis gab mein Mann seinen Widerstand gegen die „Kuscheltierseuche“ im Kinderzimmer auf und meine drei Kinder wurden alle drei eifrige Kuscheltiereltern.
Wo unsere liebe Charakterkatze schließlich hingekommen ist, weiß ich leider nicht. Sie war so eine große Hilfe für uns geplagte Eltern und wurde noch lange von Max heiß geliebt.
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19.11.2008 von admin.
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Haben Erwachsene noch Kuscheltiere? Ich frage danach in meinem On-Line-Fragebogen. Und wie sieht es bei mir aus?
Ich selber verhalte mich, was den Kauf von Kuscheltieren betrifft, inzwischen eher zurückhaltend. Das war anders, als ich noch kleine Kinder hatte. Im alten Familienbuch fand ich neulich ein Protokoll über eine Familienkonferenz, indem mein Sohn (damals 11 Jahre alt) unsere aktuellen Familienbeschlüsse festgehalten hatte. Dort hieß es „Mama soll nur die Kuscheltiere kaufen, die wir wirklich haben möchten“. Das klingt ganz danach, als hätte ich meine Kinder als Vorwand genutzt, meine Kuscheltierliebe hemmungslos in die Tat umzusetzen.
Wenn ich an der Autobahntankstelle zur Kasse gehe, bleibe ich noch heute manchmal vor dem Tisch mit den Kuscheltieren stehen und denke seufzend, dass ich nun keinen Grund mehr habe, mit einem neuen Kuscheltier nach Hause zu kommen.
Dennoch sitzt auch heute noch Schnauzi, der Bär, der mich seit 55 Jahren begleitet, neben meinem Kopfende am Bett. Der andere ist ein Neuer, Klausi, den mir mein neuer Mann vor ein paar Jahren geschenkt hat und der jetzt sozusagen als gemeinsamer Sohn und kritischer Beobachter seiner “Eltern” neben Schnauzi sitzen darf.
Klausi
Dann gibt es da noch „Durchhaltebär“, einen alten, abgewetzten Bären, den mir meine Kinder neulich zum 60. Geburtstag geschenkt haben, damit ich die letzten Berufsjahre noch gut durchhalte.
Dann sind da auch noch manchmal Kuscheltiere zu Gast bei mir, z. B. zwei Mitbringsel von einer Ostseekreuzfahrt, Fridjof und Nansen, eine giftgrüne Krake und ein rosafarbener Stachelrochen, die ich mit meiner Jüngsten damals im Schiffsshop erstanden habe und die sich hier einfach festgesetzt haben.
Fridjof und Nansen
Nächste Woche kommt Timmel wieder zu mir „in Urlaub“, weil er in seiner Teddyfamilie als einziger „Schwanzloser“ nicht geachtet ist und seine empfindliche Seele sehr darunter leidet. Er müsse sich jetzt ein bisschen bei Oma erholen, sagt meine Tochter.
Und heute habe ich mich entschlossen, mir zu Weihnachten einen neuen Teddy zu kaufen, einen ganz bestimmten, den ich schon gesehen habe und dem ich nicht widerstehen kann. Er saß bei seiner Teddy-Macherin und schaute mich mit seinen braunen Augen an und ich hatte das untrügliche Gefühl, wir hätten auf einander gewartet. Er sieht aus wie mein Schnauzi, als er noch ein junger, strammer Teddy war., nur ist er gelb und nicht grau. …. Klausi und Schnauzi müssen auf ihrem Brett an meinem Bett für ihn doch noch mal Platz machen.
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12.11.2008 von admin.
Nunu mit Freunden
Um das Puppenspiel sieht es heute bei Kindern nicht viel anders aus als in meiner Kindheit: es ist weitgehend eine Mädchen Domäne. Nur die Puppen sind anders, sozusagen perfekter und funktionaler, Baby Born z.B. und wie sie alle heißen.
Miss Barbie würde ich weniger zu den Puppen zählen, sie ist eigentlich zu klein dazu. Sie setzt das Puppenstubenspiel vergangener Generationen fort. Heute spielt es sich eben nicht nur im Puppenhaus ab, sondern auch auf der Ponnyranch oder im Hawaiurlaub.
Jungen halten sich von Puppen wie Baby Born fern. Dem Puppenspiel haftet noch immer ein Männlichkeitstabu an. Nur ein kleiner Junge flüsterte uns in unserer Untersuchung zu, er spiele heimlich mit den Puppen seiner Cousine, aber das dürfe keiner wissen.
Kuscheltiere sind bei Mädchen offenbar insgesamt beliebter als Puppen. Dennoch wird mit Puppen gespielt und es gibt auch in meiner online-Befragung einige wenige, die die Gleichstellung von Puppe und Kuscheltier einfordern.
Wobei sich das ja gar nicht ausschließen muss. Mein alter Schnauzi war mit Moni, der Puppe meiner Schwester eng befreundet. Er brachte ihr bei, wie man auf Bäume klettert und Moni erklärte ihm, wie man tanzt.
Mein Sohn hatte neben einer unübersehbaren Heerschar von Kuscheltieren eine einzige Puppe, den Nunu, der noch heute bei ihm hinter dem PC sitzt. Na bitte.
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8.11.2008 von admin.
Richtig, das ist seine Majestät “König”. Es gab auch eine “Königin”. Die war als Frau zu erkennen an irgendeiner Blume “im Haar”. Oder war es ein Krönchen? Das würde die Namen erklären. Die Königin ist verschollen aber König wartet in einem der 7 blauen Säcke auf sein Comeback in den Armen irgend eines Kindes.
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5.11.2008 von admin.
Manchmal, eher selten, habe ich Kuscheltiere gekauft, die nicht üfr meine Kinder waren sondern ganz persönlich für mich.
Auf die kleine Waldbärenfamilie - allein erziehende Mutter, große Schwester und kleiner Waldbär - traf ich eines Abends, als ich ziemlich erledigt von der Arbeit zu Fuß durch das Stadtviertel nach Hause lief.
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Es hatte Stress gegeben und unerledigte Fragen und Aufgaben lagen mir auf dem Magen. Deshalb wollte ich einfach ein paar Schritte laufen, bevor mich zu Hause ein Mann, drei Kinder und ca. 120 Kuscheltiere in Beschlag nehmen würden.
Und da sah ich sie in einem winzigen Laden im Schaufenster sitzen. Es war ein Laden, in dem man eigentlich etwas ganz anderes kaufte. Wie die kleine Familie dort Obdach gefunden hatte, ist mir bis heute nicht klar. Aber ich konnte mich vom Anblick der Drei nicht losreißen und kaufte sie auf der Stelle weg.
Zu Hause staunten die Kinder: Drei Bären und nicht für uns? Es sind doch drei, das trifft sich doch gut.!Nein. Schluss und Punktum. Diese kleine Bärenfamilie gehörte mir ganz allein und ich habe im Verlauf der nächsten Jahre mit der freundlichen Fellmutter manchen Seufzer geteilt über meine eigenen drei kleinen Waldbären …..
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2.11.2008 von admin.
Für Kinder ist der angestammte Ort, an dem sich ihre Lieblingskuscheltiere aufhalten, ihr Bett. Kuscheltiere gehören in die direkte Nähe des Kindes, besonders auch in der Nacht. Dort wartet es auf sein Kind, wenn das aus der Schule oder dem Kindergarten nach Hause kommt, dort ist es immer anzutreffen und für das Kind da.
Wann verlassen Kuscheltiere das Haus, wann kommen sie mit?
Unsere Kindergartenuntersuchung hat klar gezeigt: Immer dann, wenn das Kind über Nacht von zu Hause wegbleiben wird, kommt das Lieblingskuscheltier mit: wenn es in den Urlaub geht oder zu den Großeltern in der anderen Stadt, wenn man bei der Freundin übernachtet oder im Kindergarten, auf Klassenfahrt oder auch wenn man ins Krankenhaus muss. Das Kuscheltier hat seinen angestammten Platz dort, wo das Kind schläft. Bodyguards in Plüsch….
Wenn die Kinder größer werden und die Kuscheltiere älter, scheint sich das ein wenig zu ändern. Nicht nur, dass mancher Teddy heimlich mit in den Koffer gepackt wird, wenn es auf Dienstreise geht oder ins Wellnesswochenende… man ist auch bemüht, die Mobilität der Kuscheltiere um ihrer selber willen (?) zu erhöhen. Es gibt seit einiger Zeit Angebote, wo man sein Kuscheltier als Tourist in die Welt schicken kann. Das Alter Ego schreibt dann Ansichtskarten, genießt vielleicht den Anblick des Petersdoms, speist im Ritz…. während man selber unabkömmlich über Akten sitzt oder in Verkaufsgesprächen für Solarelemente.
Der Bodyguard wird zum Ersatzego, zum Double, das für einen die Erholung und den Genuss des Lebens übernimmt. Na denn los!
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