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Kuscheltiere wegwerfen?

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Ich habe einmal versucht, eine ziemlich fette, gestrickte Schlange, die nur herumlag und mit der niemand weiter spielte, im Müll zu entsorgen und habe mir von meinen drei Kindern dafür tagelange Vorwürfe und bittere Empörung eingehandelt.
Wegwerfen geht nicht. Kinder und nicht nur Kinder sehen in Kuscheltieren lebendige Wesen, auch wenn sie natürlich wissen, dass sie eigentlich nichts sind als Stofffetzen. Aber durch psychologische Vorgänge wie Identifikation und Projektion nehmen Kuscheltiere für Menschen, die dazu bereit sind, Persönlichkeit an. Als Übergangsobjekte, wie der Psychoanalytiker Winnicot sie nennt, sind sie immer beides gleichzeitig: Zum einen ein Stück materielle Realität, die man anfassen, in die Waschmaschine stecken, wegwerfen aber auch knuddeln kann. Zum anderen ein lebendiges Wesen, das durch die Phantasie des betrachtenden Menschen quasi eine Seele eingehaucht bekommt, mit der man Kontakt aufnehmen kann.
Deshalb ist es fast unmöglich und wird schwer geahndet, das Lieblingskuscheltier eines Kindes wegzugeben oder fortzuwerfen. Ich habe meiner Mutter mit 5 Jahren die Kindschaft aufgekündigt, als sie den Vorgänger von Schnauzi gegen meinen Willen „auf die Osterhasenwiese“ schickte.

Aber auch Kuscheltiere, die keine enge Beziehung zu einem Kind haben oder diese inzwischen nicht mehr haben, bleiben für Kinder Wesen, die man nicht einfach wegwerfen oder weggeben kann, wie ein altes Spielauto. In meiner Kindergartenuntersuchung war keins der Kinder bereit, seine Kuscheltiere wegzuwerfen, auch wenn sie alt und kaputt wären. In meiner 1. Online-Befragung sagten die BeantworterInnen zu 76 % „wegwerfen, nie und nimmer!“ und 17% waren nur dann dazu bereit, wenn das Kuscheltier völlig kaputt sei.

Eltern würde ich empfehlen, Verkaufs- oder Verschenk-Aktionen mit dem Kind zusammen zu besprechen und sie nur mit dem expliziten Einverständnis des Kindes durchzuführen, auch dann, wenn das Kind mit dem oder den Kuscheltieren schon Jahre lang nicht mehr wirklich gespielt hat. Kuscheltiere sind kein normales Spielzeug, sie sind Lebensabschnittspartner unserer Kinder und selbst wenn sie nie wirklich sehr geliebt wurden, sie genießen gewisse Schutzrechte, die man nicht verletzen sollte.

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die Bewohner eines dieser Säcke, zum Fototermin aus ihrem Gefängnis befreit….

Trotzdem weiß auch ich nicht, was ich mit meinen 7 Säcken machen werde, wenn ich umziehe und den Platz auf dem Boden verliere. Ich denke ich werde meinen Kindern ihre Kuscheltierschar auf den Schreibtisch setzen und sie an ihre eigene Kuscheltierverantwortung erinnern. Schließlich sind sie erwachsen.