Archive für Januar 2009

wenn Erwachsene mit Kuscheltieren reden…

dann stimmt da doch  was nicht, oder?

Ich habe nach der Meinung in einem Chat gefragt und wurde überschüttet mit Ratschlägen, den Betreffenden doch zum Psychotherapeuten zu schicken. Alle fanden es merkwürdig und beunruhigend, wenn ein erwachsener Mensch so etwas tut. Und sie machten sich einen Kopf, was an Problemen wohl dahinter stecken könnte.
Nur eine ältere Dame, die sich als Teddyfreundin bezeichnete,  bemerkte, das sei doch nichts besonderes und andere sprächen mit ihren Blumen.

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Foto aus der Ausstellung Männer und ihre Teddys, die bis zum Jahresende in Harsewinkel zu sehen war

In meiner online-Befragung (an der sich vermutlich ja mehr oder weniger ausschließlich  Kuscheltierfreunde und vor allem Freundinnen (82%) beteiligt haben, waren nur 8 % der Meinung, Kuscheltiere seien nichts für Erwachsene.

Und was machen diese Erwachsenen nun mit ihren Kuscheltieren?

  • Für gut die  Hälfte sind Kuscheltiere Kindheitserinnerungen oder mit Erinnerungen an die Kindheit verknüpft. Mehr als die Hälfte (58%) haben heute noch ihre alten Kuscheltiere.
  • 23% kaufen sich heute noch neue Kuscheltiere, 4% schneidern und basteln selber welche.
  • 65% stimmten der Äußerung “Ich mag sie einfach” zu. Also große Sympathie für unsere kleinen Kuschels.
  • 12% gaben an, die Kuscheltiere seien ihre besten Freunde, 33% haben das Gefühl, dass Kuscheltiere ihnen Wärme geben, 16% werden von Kuscheltieren berührt und angerührt.  Also bei ca. einem Viertel der Leute, die den online-Fragebogen beantwortet haben läuft da noch allerhand zwischen Mensch und Kuscheltier.

Wie groß die Fan-Gemeinde der Kuscheltiere unter Erwachsenen ist, kann man natürlich nach so einer online-Befragung nicht sagen. Sie ist ja nicht ansatzweise repräsentativ. Sie gibt eigentlich nur einen Trend der Leute wieder, die sich überhaupt für so ein Thema bewegen lassen und bereit sind, ein paar Klicks zu tätigen.

Dennoch, es scheint sie zu geben, die Erwachsenen, die auch heute (noch) eine richtige Kuscheltierbeziehung haben, ob sie nun ab und an ihren Teddy befragen und als Orakel benutzen  (s. letzten Beitrag) oder ob sie lange Zwiegespräche mit ihnen führen, das wissen wir allerdings noch nicht.

Demnächst werde ich eine neue online-Befragung für Erwachsene installieren, um vielleicht etwas mehr darüber zu erfahren, was für Menschen das sind, die Kuscheltiere lieben, brauchen, mögen und in was für Situationen sie sind, wenn das Kuscheltier für sie von Bedeutung ist.

P.S. An der derzeit noch laufenden online-Befragung haben sich immerhin bisher 196 Leute beteiligt, nicht gerade umwerfend, wenn man an das world-wide-web denkt, aber immerhin. Wer noch möchte: Bis Ende Januar steht die alte Befragung “Warum lieben wir Kuscheltiere” noch im Netz.

    Bärchen-Orakel

    tatze3.jpg zur aktuellen Online-Befragung: Warum lieben wir Kuscheltiere?
    klicken sie im Menü auf Fragebogen   telefon.jpg

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    Frau K. schrieb mir heute:

    Apropos Kuscheltiere: Mein Freund (ein erwachsener Mann von 35 Jahren
    kurz vor der Promotion) hat ein Bären-Orakel, d. h. er schaut immer
    seinen Bären (auch schon 34 Jahre) an, wenn er herauskriegen möchte, ob eine Entscheidung richtig ist, oder ob es ihm selbst gut geht.

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    Es funktioniert immer und hilft.

    Gesprächspartner Kuscheltier

    Kuscheltiere sind sie hervorragende Gesprächspartner.

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    Wenn man mit Kindern sprechen will und das Gespräch kommt nicht so recht in Gang, gibt es ein wunderbares Mittel: Man nimmt ein Kuscheltier zur Hand und lässt es sprechen.

    Jedes Kind wird diesem freundlichen Gesprächspartner antworten und selig den Kontakt aufnehmen. In der Sozialen Arbeit hat man in vielen Aufgabenfeldern mit Kindern zu tun. Man betreut Kinder, man berät Kinder, man muss mit Kindern über heikle Themen sprechen oder mit ihnen wichtige Lebensentscheidungen vorbereiten (z.B. bei wem sie leben wollen nach der Trennung ihrer Eltern). SozialarbeiterInnen können solche Gespräche kindgemäßer und intensiver führen, wenn sie in der Lage sind, Kuscheltiere sozusagen als Ko-Berater einzusetzen. Das erfordert Kenntnisse im Umgang mit Kindern - aber auch mit Kuscheltieren.

    Aber auch so finden sich Kuscheltiere öfter in der Rolle des Gesprächspartners.  Nicht nur bei Kindern, oder?

    Biene Maja, selbstgehäkelt

     So sehr ich Kuscheltiere liebe, gemacht habe ich bisher noch sehr wenige. Dies ist eins meiner Exemplare, bestimmt 20 Jahre alt, hergestellt für meine Tochter zu einer Zeit, als die Biene Maja Serie im Fernsehen ganz groß in war.  Auch sie hatte ihre Zeit, in der sie sehr geliebt wurde.

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    Ansonsten ist da nur noch Isidor, ein Teddy mit tieftraurigem Blick und schlecht gestopften, hängenden Armen. Das Exemplar war damals für einen Mann bestimmt. So weit ich weiß “lebt” es noch. Aber ich habe keinen Zugriff mehr.

    Irene

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    Dies ist Irene, eine wahre Unfriedenstifterin. Wobei das wohl mehr an ihrer Mutter lag?

    Es war in einem Urlaub in Südschweden, meine Jüngste war 5 Jahre alt, die große Schwester 11. Uns hatten mindestens 12 Kuscheltiere in unser Urlaubsdomizil begleitet. Angeregt von einer Szene aus  einem Garfield-Comic ( dort wird der alte KUscheltierbär zum Familienoberhaupt gewählt, weil sich die anderen nicht auf einen lebenden Kandidaten einigen konnten) schlug meine Jüngste eines Vormittags vor, wir sollten auch ein Familienoberhaupt wählen. Und sie stellt  ihren ältesten und weisesten Bären, Michel, zur Wahl auf.

    grusches-erste-liebe.jpg Michel, der abgeschlagene Kandidat

    Wir Erwachsenen und auch der Bruder waren natürlich mit dieser Wahl sofort einverstanden und Michels Mutter zeigte sich  zufrieden. Nicht so die ältere Schwester, die mit Irene, einer mehr zufällig auf die Reise mitgekommenen Bärendame, zur Wahl antrat und mit ihren eloquenten 11 Jahren Michel samt seiner Mutter schlicht an die Wand redete.Die Wahl fand nicht statt. Statt dessen gab es einen Riesenkrach. Michels Mutter heulte. Die Älteste freute sich, uns dieses Spiel vermasselt zu haben. Michels war es wohl egal und Irene versank augenblicklich wieder in ihre alte  Bedeutungslosigkeit.

    Jetzt fand ich sie wieder, im blauen Sack und erkannte sie sofort.

    Mr. Wrong mit und ohne Frau

    tatze3.jpg zur aktuellen Online-Befragung: Warum lieben wir Kuscheltiere?
    klicken sie im Menü auf Fragebogen   telefon.jpg

    mr-wrong.jpg

    Mein Sohn liebte vor allem Schweine-Kuscheltiere, große Schweine, kleine, Wildschweine und rosarote Hausschweine. Wir hatten ein ganzes Rudel.

    Hier ist zu sehen Mr. Wrong, einmal ohne und einmal mit seiner Frau.

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