Bayernbär und Jodelie

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Es gibt Situationen im Leben von Eltern, wo sie – um ihrem Kind eine Freude zu machen – freiwillig die Grenzen ihrer eigenen Geschmackstoleranz überschreiten.

Hier sind zwei Beispiele.
Bayernbär kam zu uns, als meine Jüngste mit 10 Jahren ganz alleine zur Kur an die Ostsee gefahren war und ich ihre von Heimweh geschüttelte Stimme an Telefon nicht mehr so recht aushalten konnte. Es wurde ein neuer, wirkungsvoller Tröster gesucht und gefunden. Bayernbär kam nach der Kur natürlich mit nach Hause und erfreute sich lange Zeit großer Beliebtheit bei meiner Tochter (und einer gewissen Hochachtung bei ihrem älteren Bruder, der damals noch Bayern-Fan war).
Jodelie entdeckten wir irgendwann zufällig bei einem Einkauf und fanden sein Jodeln witzig. Als wir seine liebliche Jodelstimme danach Wochen lang und immer wieder hören durften und mussten (schließlich hatten wir Jodelie ja selber geschenkt), fanden wir das nicht mehr so lustig. Aber eines Tages war dann die Batterie leer… Oder war es anders? Und Jodelie verlor  an Attraktivität und wanderte zurück in die große Gruppe der nicht mehr so aktuellen Kuscheltiere. Als wir vor kurzem den Sack 1. Wahl öffneten, in dem meine heute erwachsene Jüngste auf meinem Boden ihre wichtigsten Kuscheltiere geparkt hat, konnte er es wieder und es fuhr mir ein kleiner Erinnerungsschock durch die Glieder.
Der Sack wurde auf Motten kontrolliert, neu gepackt und versiegelt und nun muss Jodelie mit all den anderen wieder warten. Wer weiß, für wen er noch mal jodeln darf?!

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