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9.10.2009 von admin.
Beobachtung aus meinen Elterninterviews:
Die Eltern erzählten in großer Übereinstimmung, dass es um Kuscheltiere kaum Streit aber auch in der Regel keinen Neid gibt. Vielmehr respektieren die Geschwister die Kuscheltiere des Bruders oder der Schwester und behandeln sie wie Familienmitglieder, betrachten das fremde, also geschwisterliche Besitz- und Intimverhältnis als etwas Gesetztes, an dem sie nicht rühren dürfen und das sie auch nicht stören wollen. Wenn Eltern zwei Kuscheltiere vom Einkaufen mitbrachten, verhandelten die Kinder untereinander darüber, wer welches Kuscheltier bekommen soll und kamen zu einem einvernehmlichen Ergebnis.
Bei den über 70 Kindern aller Altersstufen, um die es in meinen Elterninterviews ging, gab es nur 2 mal Geschichten, in denen Geschwister ein und das selbe Kuscheltier liebten und haben wollten. Aber auch die haben sich nicht gestritten oder gezankt um dieses Kuscheltier. Vielmehr trug der Bruder und im anderen Fall die Schwester ihre unglückliche Liebe zum Kuscheltier des Geschwisters viele Jahre mit sich herum. In einem Fall hat sich der nun 40 jährige Bruder den von ihm schon als Kind heiß geliebten und begehrten Teddy seiner Schwester bei einem Besuch bei ihr heimlich an sich genommen. Und als seine Schwester ihn Wochen später besuchte, staunte sie nicht schlecht, dass da ihr alter Bär in seinem Wohnzimmerregal saß. Endlich hatte er sich seinen Kinderwunsch erfüllt. Und die inzwischen ja auch erwachsene Schwester schwankt nunzwischen Ärger, Eifersucht und Rührung….
Und dann war da noch die Geschichte vom Zebra. Das wurde von beiden Brüdern heiß geliebt, so heiß, dass keiner auf das Zebra verzichten konnte und beide eine Dreiecksbeziehung einem zebralosen Leben vorzogen. Das Zebra schlief jede Nach abwechseln im Bett des einen oder des anderen. Das ging Jahre lang so. Und immer wußten beide Jungen ganz genau, wann sie dran waren und bei wem ihr Zebra die letzte Nacht verbracht hatte.
Nur einmal geriet die Reihenfolge etwas durcheinander. Der eine Bruder war krank, hatte den ganzen Tag im Bett gelegen und da er der nächste Zebraanwärter war, hatte er es den ganzen Tag bei sich. Als die Nacht kam, beanspruchte der andere Bruder sein Zebra. Schließlich hatte sein Bruder es gerade eben 12 lange Stunden in seinem Bett gehabt. Die Lage war rechtlich kompliziert und emotional sehr brenzelig. Als der kranke Bruder endlich engeschlafen war, holten die erschöpften Eltern das Zebra aus seinem Bett und brachten es dem anderen Sohn, der in seinem Bett seit Stunden jammerte und weinte, weil er der Meinung war, dass sein Zebra eigentlich bei ihm sein müsse….
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