Archive für November 2009

blinde Passagiere

 Geschichte aus unseren Elterninterviews Folge IX

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“Das Handgepäck ist sehr begrenzt”, erzählte die Mutter vor der großen Reise nach Thailand.  “Wir müssen bei allen Sachen überlegen, ob wir sie auch wirklich unbedingt brauchen!”
Die große Schwester stieß ihn an: “Das war jetzt speziell für dich. Hast du kapiert? Begrenzte Kuscheltiermitnahme!” “Ich muss aber unbedingt vier mitnehmen”, legte Jens sofort los. “Also natürlich den kalten Esel, das ist sowieso klar. Dann aber auch noch Knirpsi, Mr. Wrong und seinen Freund Fässchen . Die drei machen doch immer alles zusammen!”  “Deine dicken Schweine kannst du nicht mitnehmen, die nehmen zuviel Platz weg,” belehrte ihn die Schwester. “Aber meine drei großen Schweine waren noch nie mit auf Reisen. Sie sollen auch mal eine schöne Reise erleben können!”
Die Mutter sprach ein Machtwort, bevor es zum Streit kam. “Der kalte Esel kann natürlich mit und dann darfst du dir noch zwei kleine aussuchen, die mit dem Esel einfach so ins Handgepäck reinkönnen. Aber mehr ist nicht.”
Jens nickte zähneknirschend. wildschweinchen-und-kleine-ziege.jpg

Während des Fluges schlief er tief, den kalten Esel wie immer auf seinem Gesicht und in den Händen zwei  Neuzugänge, eine kleine Ziege und ein winziges Wildschwein mit einer rosa Perle im Ohr.

Als aber die Familie endlich im Hotel angekommen war und die Koffer auspacken konnte, kamen auch die drei großen  Schweine hervor. Knirpsi, Mr. Wrong und Fässchen hatten die Fahrt als blinde Passagiere mitgemacht.
Jens steckte die ärgerlichen Worte seiner Mutter mit Würde weg. Er freute sich dennoch: Schließlich hatten seine Freunde jetzt endlich auch einmal eine richtig große Reise erlebt.

Treue Reisebegleiter

Ergebnisse aus meinen Elterninterviews:
Was machen Kinder eigentlich mit ihren Kuscheltieren? Teil 3
Kuscheltiere gehen mit ihren Kindern auf Reisen
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An dritter Stelle werden von den  Eltern solche Tätigkeiten ihrer Kinder genannt, die die Mitnahme des Kuscheltiers auf eine Reise betreffen, die entweder lange dauert oder aber bedeutet, dass dann das Kind nicht zu Hause schläft. Hier liegt ein Schwerpunkt bei den Schulkindern.

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Wenn es für mehrere Tage zu den Großeltern oder zu anderen Verwandten geht, muss das Kuscheltier mit. Kinder geschiedener Eltern schleppen ihre Lieblingskuscheltiere jede Woche von der Wohnung des einen Elternteils in die des anderen Elternteils.
Viele Kinder nehmen täglich ihr Kuscheltier mit in den Kindergarten. Manche haben ein spezielles Kindergartenkuscheltier, das immer mit muss oder auch dort schon auf sie wartet.
Wenn sie in die Schule kommen, dürfen Kuscheltiere nicht mehr mit. Damit fängt dann das Großwerden an. Aber zu Hause warten die Kuschels auf ihre großen Kinder.

Ganz wichtig ist es auch, dass hinreichend viele und vor allem die richtigen Kuscheltiere mit in Urlaub fahren. Dann sind sie nicht nur auf den langen Autofahrten dabei und können beruhigen und ablenken. Vor allem werden sie im Urlaub gebraucht, wenn es abends ans Einschlafen in der fremden und ungewohnten Umgebung geht.
Auch später, wenn die Kinder größer sind und ohne Eltern wegfahren, gehen die Kuscheltiere mit auf Reisen: zum Übernachten bei der Freundin, auf Klassenfahrten oder ins Zeltlager.

Kuscheltierliebe

Geschichte aus unseren Elterninterviews Folge VIII

Er hatte unter dem Weihnachtsbaum gelegen. wolf1.jpgDas kleine Mädchen packte ihn entzückt aus und schloss ihn gleich in ihre Arme. Er hatte große Zähne und vielleicht hätten andere Kinder vor ihm sogar ein bisschen Angst gehabt.
Aber sie sah auf einen Blick, dass das ein ganz lieber Wolf sein musste. Wie weich sein Fell war! Sie streichelte ihm über den Rücken und befühlte die weichen Ohren. Sie wiegte ihn in ihren Armen hin und her wie ein Baby. Das war also jetzt ihr Wolf und sie wusste es gleich: sie würde ihn “Rotkäppchen” nennen.
Es war, als hätte sie fast vergessen, dass heute Weihnachten war und außer dem neuen Kuscheltier noch andere Geschenke auf sie warteten. Die Mutter nahm ihr lächelnd das neue Wesen aus dem Arm und zeigte auf die anderen Pakete und Päckchen, die noch ungeöffnet unter dem Tannenbaum lagen. Die Geschwister hatten längst all ihre Sachen aus dem bunten Papier herausgeholt und breiteten ihre Geschenke auf dem Teppich aus.
Das kleine Mädchen machte sich also auch brav  ans Auspacken und sie fand wirklich noch einiges, über das sie sich sehr freute: die neue Schulmappe, das tolle Gesellschaftsspiel, die neue Barbie mit dem Frisiersalon, den Ring, den sie auf dem Weihnachtsmarkt so schön gefunden hatte … Sie legte  ihre Sachen auch auf dem Teppich aus und die Geschwister besichtigten untereinander ihre Schätze. Das neue Spiel wollten sie gleich ausprobieren.
Mitten im Spiel aber sprang das kleine Mädchen auf und lief zu Stelle im Wohnzimmer, wo die Mutter den Neuen hingelegt hatte. Sie schloss ihn innig in die Arme und drückte ihn lange. Dann gab sie ihm einen Kuss auf die große Nase und setzte ihn behutsam in eine Sofaecke.
“Komm schon, du bist dran”, sagte der Bruder und sie spielten weiter. Das Spiel war spannend und lustig. Man konnte darüber alles vergessen.
Doch das kleine Mädchen lief immer wieder zu ihrem neuen Rotkäppchen-Wolf, um ihn noch einmal und immer wieder zu drücken und in den Arm zu nehmen. Sie vergaß ihn nicht, den neuen Freund, der da an diesem Abend zu ihr gekommen war. Sie musste einfach schnell noch mal gucken gehen, wie es ihm ging und ob noch alles in Ordnung war.

Kuscheln ist der Zweck des Kuscheltieres

Ergebnisse aus meinen Elterninterviews:.

Was machen Kinder eigentlich mit ihren Kuscheltieren? Teil 2

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Warum heißt das Kuscheltier Kuscheltier? Weil man damit so gut kuscheln kann.

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Am zweit häufigsten werden von den Eltern solche Aktivitäten der Kinder mit ihren Kuscheltieren berichtet (weit über 50% aller Kinder) , die mit dem Beschmusen, Bekuscheln und Liebhaben des Kuscheltiers zusammenhängen.
Das Kuscheltier wird gestreichelt, in den Arm genommen, gedrückt und geküsst. Kinder legen sich drauf, schleppen es im Arm herum, beim Einschlafen spielen ihre Finger mit den Ohren des Schäfchens oder sie kitzeln sich mit dem Schwanz des Tigers unter der Nase. imgname-neuer_trend_handy_1_teddybar_0-50226711-images-19209987.jpg
Kuscheln bedeutet aber nicht nur gestreichelt werden, sondern immer auch eine besondere Kuschelbeziehung: Der Umgang mit den Kuscheltier beim Kuscheln wird von vielen Eltern als liebevoll, sorgsam und innig beschreiben. Viele Kinder schmusen intensiv mit ihren Kuscheltieren, insbesondere abends vor dem Einschlafen.


Bei Kindern ab dem 8. oder  9. Lebensjahr  allerdings werden solche Verhaltensweisen nicht mehr so oft beobachten.
Möglich ist, dass die schon älteren Kinder Zärtlichkeiten gegenüber  ihren Kuscheltieren nur nicht mehr so offen zeigen. Ab diesem Altern empfinden es nämlich viele Kinder als peinlich, wenn andere sehen, wie sie mit ihrem Kuscheltier umgehen und sie stellen diese Beziehung dann nicht mehr  so gerne zur Schau.

 

Katastrophe bei Oma: Kuscheltier vergessen

Geschichte aus unseren Elterninterviews Folge VII

Oliver darf an diesem Wochenende bei den Großeltern schlafen. Die wohnen ein ganzes Stück entfernt von Olivers Familie. Sie sind ganz schön lange mit dem Auto gefahren, so lange wie die Sandmännchensendung im Radio gedauert hat. Und Oliver hat sich sehr auf Oma und Opa gefreut und darauf, dass er die beiden einmal ganz für sich alleine haben kann. Mama und Papa wollen an diesem Wochenende nämlich mal alleine verreisen. Da ist Oliver viel lieber hier.

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Als es ans Auspacken der Reisetasche geht, werden Olivers Sachen alle im Zimmer auf den Tisch gelegt, sein Schlafanzug kommt auf das frisch bezogene Bett und natürlich auch Puckelbein, sein Kamel. Aber oh Jammer, kein Puckelbein  ist in der Reisetasche! Puckelbein ist zu Hause geblieben!

Wie soll Oliver denn jetzt hier schlafen können. Er ist entsetzt und er ist verzweifelt. Oma holt ihren alten Teddy aus dem Schrank, mit dem hat er schon oft gespielt, der ist ganz nett. Aber er ist nicht Puckelbein. Oliver braucht jetzt Puckebein, er braucht ihn ganz dringend. Er braucht ihn schon dafür, dass der ihn tröstet über den Schreck eben.

Oliver liegt schon im Bett. Die Mutter ist längst wieder nach Hause gefahren. Morgen früh geht ja die Reise los. Und Oliver hat sie umarmt und hat noch ein wenig geschluchzt, weil sein Puckelbein nicht da ist, aber er ist mit dem Teddy von Oma tapfer ins Bett gegangen.
Aber er kann nicht einschlafen. Er muss immer wieder weinen. Teddy ist schon ganz nass und Teddy findet es auch schlimm, dass sein Freund Puckelbein nicht mitgekommen ist.  Und Oliver muss immer mehr weinen.
Die Oma, die hinter der Tür steht, kann es nicht mehr mit anhören. Es dreht ihr das Herz um. “Teddy”, hört sie Oliver in der Dunkelheit schluchzen, “wir werden die ganze Nacht durchwachen. Wenn wir nicht einschlafen,  vermissen wir den Puckelbein vielleicht nicht so doll.”
Die Oma schleicht sich ans Telefon. “Ja, es hat keinen Sinn, komm halt nochmal vorbei. Sonst platzt das ganze Wochenende. Ja, es ist Wahnsinn. Aber das hier ist auch Wahnsinn. Es geht einfach nicht.”
Als die Oma sich umdreht, steht Oliver mit bloßen Füßen und Teddy an der Hand hinter ihr und lächelt unter Tränen: “Jetzt kommt Puckelbein doch, nicht wahr? Ich wusste, dass er ohne mich auch nicht schlafen kann”.

“Die bleiben alle drin!”

 Geschichte aus unseren Elterninterviews Folge VI

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Geschichten aus meinen Elterninterviews Folge 6

Sandra liegt im Bett und lauscht der heutigen Gute Nacht Geschichte. Es geht um ein Meerschweinchen, das seinen Freund Hasen im Wald besuchen will und unterwegs so allerhand Abenteuer bestehen muss. Aber Sandra ist heute nicht ganz bei der Sache. Sie muss ständig dafür sorgen, dass nicht eins ihrer Kuscheltiere irgendwo unter der Bettdecke hervorkommt und dann runter fällt. Erst war es das Eichhörnchen Nickel, dann ist unten am Fußende der kleine Tiger Streifchen aufgetaucht, der dicke braune Bär Brumm arbeitet sich langsam an der Seite raus. Es hat wieder einmal fast eine halbe Stunde gedauert, bis Sandra die 15 Kuscheltiere zusammengesucht hatte, die derzeit in ihrem Bett schlafen dürfen. Und nun ist es etwas eng unter ihrer Decke.

“Was soll ich machen, Mama, mein Bett ist einfach zu klein!” seufzt Sandra.
“Dann musst du mal ein paar von deinen Freunden raussetzen, du kannst so ja gar nicht schlafen!”, meint die Mutter und liest weiter.
“Die bleiben alle drin! Das kommt überhaupt nicht infrage!”, protestiert Sandra und sammelt den Brumm, das Streifchen und ihren Nickel wieder vom Boden auf und schwupps, kommen alle wieder unter die Decke.
Da kann man wohl nichts machen.

Bettgenossen aus Plüsch - ohne Kuscheltier geht es nicht!


Ergebnisse aus meinen Elterninterviews:

Was machen Kinder eigentlich mit ihren Kuscheltieren? Teil 1.
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Einschlafen ohne Kuscheltier, das  geht für die meisten Kinder und für viele Jugendlichen gar nicht

Bettgenossen, das sind Kuscheltiere in allererster Linie und bei fast allen Kinder: Einschlafhilfen, weiche, vertraute Freunde im Arm, Kuschelkopfkissen, Aufpasser in der dunklen Nacht ….

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Auch bei Kindern, von denen berichtet wurde, dass ihre Kuscheltiere tagsüber keine so große Rolle für sie spielen - zum Schlafen brauchen auch sie ihre Kuscheltiere. Und das ändert sich auch nicht über die verschiedenen Altersphasen hinweg, das gilt für die Kleinkinder und Vorschulkinder und ebenso noch für die Schulkinder und für viele Jugendliche. Und selbst wenn im Bett nicht mehr lange und innig gekuschelt wird, das Kuscheltier hat einfach da zu sein und ganz nah bei seinem Menschenfreund die Nacht zu verbringen.

Viele Kuscheltiere werden im Kontext der allabendlichen Zu-Bett-Geh-Rituale aktiv, lauschen mit dem Kind gemeinsam den Gute Nacht Geschichten und Liedern, singen sogar selber mit oder erzählen mit Vatis Stimme ein Märchen.
Die meisten Kuscheltiere haben, zumindest bei jüngeren und älteren Kindern einen bestimmten Platz im Bett, liegen die ganze Nacht im Arm des Kindes oder unter seinem Kopf, werden vor dem Rausfallen behütet. Wenn sie zu mehreren sind, werden sie sortiert und in festgelegter Reihenfolge ins Bett gesetzt.
Und wenn des Abends das Kuscheltier nicht an seinem Platz ist, beginnt für manche Eltern die hektische Suche nach dem Bettgenossen ihrer Kinder, denn an Einschlafen ist nun nicht zu denken.

Kein Wunder ist, dass die Kuschels, die ja eher in der Wohnung, im Zimmer oder direkt im Bett der Kinder ihren Tag verbringen und seltener nach draußen oder zu Freunden zum Spielen mitgenommen werden, immer dann mit auf Reisen gehen, wenn absehbar ist, dass das Kind außer Haus schlafen wird. Denn das hängt wohl vor allem mit seiner wichtigen Aufgabe als ständiger, verlässlicher und sicherer Bettgenosse zusammen. Ohne Kuscheltier schläft es sich in fremden Betten und fremder Umgebung  schlecht.

Wozu ist ein Kuscheltier gut?

Beobachtungen aus unseren Elterninterviews:

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Welche Aktivitäten und Tätigkeiten im Umgang mit Kuscheltieren werden von den befragten Eltern beobachtet?  In welche Typen lassen sich die kindlichen Tätigkeiten im Umgang mit ihren Kuschels einordnen? Hiervon soll in den nächsten Wochen berichtet werden.
Es zeigt sich, dass sich die Tätigkeitstypen  in allen Altersstufen wiederfinden, zum Teil unterschiedlich häufig und sicher sieht es anders aus, wenn eine 16Jährige mit ihrem Kuscheltier kuschelt, als wenn dies eine 4Jährige tut. Aber gekuschelt wird mit Kuscheltieren in beiden Altersstufen.

Bei unseren Eltern wurden folgende Aktivitäten und Tätigkeiten ihrer Kinder beim Umgang mit ihren Kuschels beobachtet (in der Reihenfolge der Häufigkeit der Nennungen):

1.  mit ins Bett nehmen (fast bei allen)

2. kuscheln (gut 2 Drittel aller Kinder)

3. mit auf Reisen nehmen (vor allem, wenn an woanders schlafen wird) (etwa die Hälfte)

4. auf das Kuscheltier achten, es als eigene Persönlichkeit behandeln (ein Drittel aller Kinder)

5. mit dem Kuscheltier im Rollenspiel interagieren (ein Drittel aller Kinder; insbesondere Vorschul- und jüngere Grundschulkinder))

6. sich mit dem Kuscheltier trösten (ein Drittel aller Kinder)

7. mit dem Kuscheltier sprechen und beraten (ein Drittel aller Kinder)

8. das Kuscheltier mit sich herumschleppen (die Hälfte aller Kinder, am insbesondere die Kleinen).

In den folgenden Beiträgen werde ich die einzelnen “Interaktionstypen” näher beschreiben und anhand einzelner Beispiele aus den Elterninterviews verschaulichen.

kleine Liebestragödie mit Kuscheltier

kleine Kuscheltiergeschichte aus unseren Elterninterviews
Folge V

Henrik hängt an seinem Tiger seit seiner frühen Kindheit. Tiger war übberall dabei. Ohne Tiger ging Hendrik nicht ins Bett, nicht zur Oma, nicht in Urlaub und selbst auf seinen späteren Klassenfahrten urde Tiger - oft versteckt in der Reisetasche - immer mitgenommen.  tiger21.jpg
Tiger war auch der erste, dem der 17. Jährige gestand, dass er sich in Gabriela verliebt hatte. Die Liebe dauerte immerhin 3 Jahre und auch da war Tiger mit von der Partie und Gabriela  lernte ihn schätzen und lieben. Zur 1. Jahresfeier ihrer Beziehung schenkte Henrik Gabriela seinen Tiger als Beweis seiner Liebe. Gabriela nahm das Geschenk gerührt an. Tiger lernte die Welt jetzt aus einer neuen Perspektive kennen.
Dann ging die Liebe zu Ende. Beide studierten inzwischen in verschiedenen Städten. Gabriela war sich nicht mehr sicher, ob sie und Henrik wirklich zusammen passten. Und da war ihr Kommilitone Peter. Am Wochenende trafen  sich Hendrik und Gabriela zu Hause und sie zog einen Schlussstrich unter die Jugendliebe. Es fiel ihr schwer und er tat ihr Leid. Aber sie war sich sicher, was sie wollte.
Henrik war untröstlich. Lange hoffte er noch, dass Gabriela zu ihm zurück kehren würde. Da erhielt er eines Tages ein Päckchen und darin war sein alter Tiger.  So sehr ihn der Anblick seines alten Freundes rührte, mit dieser Geste war auch für ihn das Ende seiner ersten Liebe besiegelt. Tiger war wieder zu Hause. Aber Henrik konnte sich lange Zeit darüber nicht wirklich freuen.
Erst Jahre später erzählte er seiner neuen Freundin von der Geschichte. Er hat den Tiger nie mehr aus der Hand gegeben.

Wie setzen Eltern die Kuscheltiere in ihrer Erziehung ein?

Beobachtungen aus meinen Elterninterviews

Bis auf wenige Ausnahmen nutzen die  Eltern die Kuscheltiere ihrer Kinder im Kontext der Erziehung und ihres Kontaktes mit den Kindern.

Einige Eltern sehen sie als Helfer an, die sie unterstützen und entlasten und die ihnen Arbeit abnehmen.

 

  1. Eltern nutzen die bestehende gute Beziehung zwischen Kind und Kuscheltier in Situationen, um ihrem Kind bei schwierigen Situationen zu helfen.
    Diese Einsatzebene findet sich bei fast allen Eltern.
  • Einschlafhilfe (viele Kinder nehmen sich ihr Kuscheltier selber zum Einschlafen aber Eltern greifen aktiv darauf zurück, wenn das Kind in einer besonderen Situation ist)
  • zum Trösten
  • zur Beruhigung   teddyklinik-d.jpg
  • zum Angst Nehmen
  • zum Ablenken von Schmerzen oder Langeweile
  • als Begleitung des Kindes in schwierigen Situationen (alleine Busfahren, im Krankenhaus darf das Kuscheltier bleiben, die Mutter muss gehen..)
  • zum Wecken, damit der Tag schön anfängt

 

  1. Viele Eltern setzten das Kuscheltier gezielt ein, um über seine Attraktivität beim Kind etwas auf nette, freundliche Art zu erreichen.
    Die Beziehung zum Kuscheltier wird im Interesse der Eltern genutzt.
    Auch diese Einsatzebene ist oft vertreten. Sie funktioniert allerdings nur da, wo es eine enge Beziehung zum Kuscheltier gibt und wo Eltern diese wahrnehmen.
  • Das Kuscheltier wird als Modell genutzt, das etwas kann oder macht, was das Kind auch machen soll (Zähneputzen, Essen, sich impfen lassen)
  • Das Kuscheltier wird zur Motivierung und als Ansporn bzw. als Belohnung genutzt (das Kind soll wieder lachen, sich wieder vertragen, sich richtig verhalten, die Hausaufgaben machen)
  • Mit Hilfe des Kuscheltieres gelingt es Eltern, mit dem Kind wieder in Kontakt zu kommen, wenn es wütend, bockig, verzweifelt war und sich in eine Ecke zurückgezogen hat.
  • Mit dem Kuscheltier wird dem Kind etwas erklärt oder geübt, für das es sonst vermutlich keine Aufmerksamkeit aufbringen würde.
  • Entwöhnung vom Schnulli mit Hilfe des Kuscheltiers

 

  1. Eltern setzen das Kuscheltier als neutrale Person ein, die zwischen Kindern vermitteln und Konflikte lösen soll.
    Diese Einsatzebene ist nur vereinzelt aufgetreten.
    Das Kuscheltier ist hier das Alterego der Eltern.
    Das Kind erlebt, das Kuscheltier als eine Person, die außerhalb seines Machtbereiches liegt und nicht seine Gefühle und Interessen teilt. Aber es erlebt es als fair und nicht unbedingt als gegen sich gerichtet.

 

  1. Eltern nutzen das Kuscheltier als direktes Erziehungskorrektiv, das an ihrer Statt handelt und mit dem Kind interagiert.
    Diese Einsatzebene ist relativ verbreitet.
  • Das Kuscheltier kritisiert das Kind und zeigt ihm sein Fehlverhalten auf (”Dein Löwe hat mir erzählt, was du gemacht hast und er ist ganz böse auf dich deshalb.”.
  • Das Kuscheltier verlangt ein anderes Verhalten (”Löwi will, dass du dich in Zukunft nicht mehr so anstellst!”)
  • Durch die dem Kuscheltier unterstellten Gefühle und Aussagen soll das Kind zur Einsicht kommen oder zu einem veränderten Verhalten angehalten werden („Jetzt ist Pferdi aber traurig!“,“ „Das mag Hasi aber gar nicht, wenn du so bockig bist“).
    Hier greifen Eltern in die Beziehung zum Kuscheltier ein und bestimmen sie, belasten sie und können sie auch zerstören.

 

  1. Die Eltern drohen dem Kind mit Kuscheltier-Entzug oder führen diesen auch durch.
    Nur zwei der insgesamt 45 Eltern haben einen solchen Einsatz der Kuscheltiere ihrer Kinder in Erwägung gezogen.
    Hier verletzten die Eltern die Regeln der Kuscheltier-Beziehung: Diese Beziehung steht außerhalb der Beziehung Kind-Eltern und Eltern sollten sich nicht ungefragt einmischen oder diese Beziehung von sich aus bestimmen wollen.

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