Archive für 16.11.2009

Bettgenossen aus Plüsch - ohne Kuscheltier geht es nicht!


Ergebnisse aus meinen Elterninterviews:

Was machen Kinder eigentlich mit ihren Kuscheltieren? Teil 1.
.
Einschlafen ohne Kuscheltier, das  geht für die meisten Kinder und für viele Jugendlichen gar nicht

Bettgenossen, das sind Kuscheltiere in allererster Linie und bei fast allen Kinder: Einschlafhilfen, weiche, vertraute Freunde im Arm, Kuschelkopfkissen, Aufpasser in der dunklen Nacht ….

kind-schlaft-mit-kt.jpg

 

Auch bei Kindern, von denen berichtet wurde, dass ihre Kuscheltiere tagsüber keine so große Rolle für sie spielen - zum Schlafen brauchen auch sie ihre Kuscheltiere. Und das ändert sich auch nicht über die verschiedenen Altersphasen hinweg, das gilt für die Kleinkinder und Vorschulkinder und ebenso noch für die Schulkinder und für viele Jugendliche. Und selbst wenn im Bett nicht mehr lange und innig gekuschelt wird, das Kuscheltier hat einfach da zu sein und ganz nah bei seinem Menschenfreund die Nacht zu verbringen.

Viele Kuscheltiere werden im Kontext der allabendlichen Zu-Bett-Geh-Rituale aktiv, lauschen mit dem Kind gemeinsam den Gute Nacht Geschichten und Liedern, singen sogar selber mit oder erzählen mit Vatis Stimme ein Märchen.
Die meisten Kuscheltiere haben, zumindest bei jüngeren und älteren Kindern einen bestimmten Platz im Bett, liegen die ganze Nacht im Arm des Kindes oder unter seinem Kopf, werden vor dem Rausfallen behütet. Wenn sie zu mehreren sind, werden sie sortiert und in festgelegter Reihenfolge ins Bett gesetzt.
Und wenn des Abends das Kuscheltier nicht an seinem Platz ist, beginnt für manche Eltern die hektische Suche nach dem Bettgenossen ihrer Kinder, denn an Einschlafen ist nun nicht zu denken.

Kein Wunder ist, dass die Kuschels, die ja eher in der Wohnung, im Zimmer oder direkt im Bett der Kinder ihren Tag verbringen und seltener nach draußen oder zu Freunden zum Spielen mitgenommen werden, immer dann mit auf Reisen gehen, wenn absehbar ist, dass das Kind außer Haus schlafen wird. Denn das hängt wohl vor allem mit seiner wichtigen Aufgabe als ständiger, verlässlicher und sicherer Bettgenosse zusammen. Ohne Kuscheltier schläft es sich in fremden Betten und fremder Umgebung  schlecht.

Wozu ist ein Kuscheltier gut?

Beobachtungen aus unseren Elterninterviews:

Was machen Kinder eigentlich mit ihren Kuscheltieren? liebe-katze.jpeg
Welche Aktivitäten und Tätigkeiten im Umgang mit Kuscheltieren werden von den befragten Eltern beobachtet?  In welche Typen lassen sich die kindlichen Tätigkeiten im Umgang mit ihren Kuschels einordnen? Hiervon soll in den nächsten Wochen berichtet werden.
Es zeigt sich, dass sich die Tätigkeitstypen  in allen Altersstufen wiederfinden, zum Teil unterschiedlich häufig und sicher sieht es anders aus, wenn eine 16Jährige mit ihrem Kuscheltier kuschelt, als wenn dies eine 4Jährige tut. Aber gekuschelt wird mit Kuscheltieren in beiden Altersstufen.

Bei unseren Eltern wurden folgende Aktivitäten und Tätigkeiten ihrer Kinder beim Umgang mit ihren Kuschels beobachtet (in der Reihenfolge der Häufigkeit der Nennungen):

1.  mit ins Bett nehmen (fast bei allen)

2. kuscheln (gut 2 Drittel aller Kinder)

3. mit auf Reisen nehmen (vor allem, wenn an woanders schlafen wird) (etwa die Hälfte)

4. auf das Kuscheltier achten, es als eigene Persönlichkeit behandeln (ein Drittel aller Kinder)

5. mit dem Kuscheltier im Rollenspiel interagieren (ein Drittel aller Kinder; insbesondere Vorschul- und jüngere Grundschulkinder))

6. sich mit dem Kuscheltier trösten (ein Drittel aller Kinder)

7. mit dem Kuscheltier sprechen und beraten (ein Drittel aller Kinder)

8. das Kuscheltier mit sich herumschleppen (die Hälfte aller Kinder, am insbesondere die Kleinen).

In den folgenden Beiträgen werde ich die einzelnen “Interaktionstypen” näher beschreiben und anhand einzelner Beispiele aus den Elterninterviews verschaulichen.

|