Archive für 13.1.2010

Zwischen Einschlafhilfe und Liebesbeziehung

Ergebnisse aus meinen Elterninterviews:.

Die Intensität der Beziehung zu den Kuscheltieren

 

Bei 59 der Kinder, über die die Eltern in den 45 Familien berichteten, konnten Hinweise auf die Intensität der Beziehungen zu den Kuscheltieren festgehalten werden.

Die Intensität war natürlich nicht immer gleich stark, sie ließ meist ab dem 10 Lebensjahr nach, blieb aber bei vielen bis ins Erwachsenenalter auf einem gewissen Level erhalten.

 

Folgende Verteilung in 5 identifizierten Intensitätsklassen wurden festgestellt:

 

 teddy_krank1.jpg

  • 7 Kinder hatten eigentlich keine, oder fast keine Beziehung zu einem Kuscheltier.
  • 17 Kinder hatten eine Beziehung, die sich durch eine eher geringe bis mäßige  Intensität auszeichnete.
  • Bei 27 Kindern zeigte sich eine deutliche Intensität in der Beziehung zu ihren Kuscheltieren, insbesondere zum Lieblingskuscheltier.
  • Bei 8 Kindern war die Beziehung ausgesprochen intensiv und von zentraler Wichtigkeit für das Kind.

Einer kleineren Gruppe von Kindern, die keine oder fast keine Beziehung zu Kuscheltieren entwickeln, steht eine etwa gleich große Gruppe von Kindern gegenüber, die sich ein Leben ohne ihr Lieblingskuscheltier nicht vorstellen könnten.

Die Mehrheit der Kinder hat zu Kuscheltieren intensive  oder mäßig intensive Beziehungen.

 

Als Anhaltspunkte für die Intensivität einer Kuscheltierbeziehung wurden folgende Aspekte gewertet:

 

  • intensives Kuscheln,
  • persönlicher Umgang mit dem Kuscheltier wie mit einer echten Person (mit ihm reden, ihm etwas erzählen, seine Interessen bewusst berücksichtigen),
  • Tendenz, das Kuscheltier am eigenen Leben teilhaben zum lassen (es immer mit sich herum zu tragen, ihm die Tagesereignisse erzählen),
  • betonte Unabdingbarkeit seiner Anwesenheit beim Einschlafen und in der Nacht,
  • große Intensität und Dauer des Trennungsschmerzes im Falle des Verlustes des Lieblingskuscheltier

 

Ein Trennungschmerz war bei fast allen Kindern festzustellen. Jedoch gab es durchaus Kinder, die sich trösten und die von ihren Eltern abgelenkt oder beruhigt werden konnten. Viele aber weinten und waren lange Zeit traurig.

Bei einigen Kindern nahm der Trennungsschmerz geradezu dramatische Formen an und dauerte über Tage bis zu Wochen. Das verlorene oder kaputte Kuscheltier konnte sehr oft durch kein anderes ersetzt werden. Viele Kinder zeigten echte Trauer, Verzweiflung und Verlustschmerzen.

 

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