Archive für 18.1.2010

Viele Kuscheltiere aber nur wenige Lieblinge

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Ergebnisse aus unseren Elterninterviews:

Eine Reihe der  Eltern zeigen sich skeptisch gegenüber der Fülle an Kuscheltieren, die in den Zimmern und Betten ihrer Kinder herrscht. Sie sprechen von einer “Kuscheltierschwemme” und fürchten, dass  Kindern heute weniger in der Lage sein könnten, aus dieser Fülle das für sie wichtige Kuscheltier herauszufinden und eine kontinuierliche Beziehung zu ihm aufzubauen. In ihrer Kindheit, so erzählen sie, war das schon deshalb leichter, weil es gar nicht so viel Auswahl gab.
Wie sieht es also aus  bei der Frage nach der engen Beziehung zu einem Lieblingskuscheltier?

Die überwiegende Zahl (67% der Kinder in den interviewten Familien)  haben bzw. hatten über längere Zeit nur ein richtig wichtiges Kuscheltier.
Dazu kommen noch 9 Kinder (17%), die ein Pärchen oder eine kleine Gruppe als Lieblingskuscheltiere haben und diese Beziehung auch Bestand hat.
Insgesamt haben also 85% der Kinder aus unseren Interviews feste Lieblingskuscheltiere: Diese werden anders behandelt  als die anderen, sie haben eine weitaus größere Bedeutung als der Rest und sie sind in engem und häufigem Kontakt mit den Kindern und werden mehr oder weniger heiß geliebt.

4 Kinder dagegen haben keine Lieblingskuscheltiere und 4 Kinder wechseln ihre Lieblinge oft.

Unsere Ergebnisse zeigen also, dass die Kinder trotz der “Schwemme” durchaus dazu tendieren und auch dazu in der Lage sind, sich bestimmte Lieblinge zu erwählen und an diesen über längere Zeit (auch gar nicht selten über die ganze Kindheit hinweg) festzuhalten.

Die konkrete Befragung der Eltern nach den Unterschieden  der Kuscheltierbeziehung in der eigenen Kindheit (vgl. Frage 10) und der der eigenen Kinder hat gezeigt, dass die heutigen Kinder keineswegs oberflächlichere oder unverbindlichere Kuscheltierbeziehungen eingehen.
Die Befürchtungen und Skepsis vieler Erwachsener, die sich an die heutige Kuscheltierschwemme knüpfen, sind offenbar mehr der Schwierigkeit der Erwachsenen geschuldet, sich in der Konsumfülle zu Recht zu finden. Die Kinder haben damit kaum Schwierigkeiten, sonst würden nicht 85% aus der mehr oder weniger großen Menge ihrer Kuscheltiere (schätzungsweise gibt es so zwischen 10 und 100 Kuscheltieren pro Kind) mit Souveränität das aussuchen können, ddem sie ihr Herz schenken wollen.

Das kleine Mädchen, das sofort merkt, welches – eigentlich für sie nicht wichtige – Kuscheltier die Mutter aus der Gesamtgruppe aller Kuscheltiere entfernt hat, um es zu entsorgen, zeigt, dass die Kinder außerdem über ihre engeren Lieblinge hinaus auch mit dem großen Rest ihrer Kuscheltierfamilie gut zurecht kommen und ein wachsames Auge über sie alle haben können.

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