Kind-Kuscheltier-Eltern – eine Dreiecksbeziehung?

Ergebnisse aus unseren Elterninterviews:

Wie sieht das Beziehungsgefüge Kind-Kuscheltier-Eltern aus?

Teilt das Kind  sein Kuscheltier mit den Eltern? Bezieht es die Eltern mit ein? Fühlen Eltern sich  für die Kuscheltiere ihrer Kinder zuständig? Mögen sie sie? Was sind Kuscheltiere in den Augen der Eltern: Spielgefährten ihrer Kinder, Familienmitglieder oder nur Dreckfänger?

 

Dieses Thema kann in verschiedenen Aspekten beantwortet werden:

Welche Funktionen haben die Eltern im Bezug auf die Kuscheltiere aus Sicht ihrer Kinder

  • Kuscheltiere müssen von den Eltern repariert werden.
  • Kuscheltiere dürfen nicht gefährdet oder gar weggeworfen werden.
  • Eltern passen auf Kuscheltier auf.
  • Eltern müssen Kuscheltier ggf. suchen (Einschlafen).
  • Wenn das Kuscheltier nicht da ist, muss Mama das Kuscheltier ersetzen.

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Wie sehen die Eltern ihre eigene Funktion im Bezug auf die Kuscheltiere ?

  • Sie müssen dafür sorgen, dass es hygienisch bleibt, müssen es waschen, müssen darauf achten, dass das Kuscheltier keinen Dreck ins Bett bringt.
  • Sie müssen den Ersatz sichern, falls das Kuscheltier verloren geht.
  • Sie versuchen dem Verlust des Kuscheltieres und dem darauf folgenden Terror oft schon vorzubeugen, indem sie präventiv Ersatz kaufen.  

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Welche Haltungen haben Eltern gegenüber den Kuscheltieren ihrer Kinder?

  • Die meisten Eltern stehen dazu, finden es o.k. und normal, dass ihr Kind Kuscheltiere hat. Viele finden es auch wichtig. Das Kuscheltier gehört einfach zur Kindheit, so finden es die meisten.
  • Sie respektieren die besondere Kind-Kuscheltier Beziehung und damit das Kuscheltier.
  • Die meisten freuen sich über die Kind-Kuscheltier-Beziehung. Eine Mutter meinte, soie fände es schön, ihr Kind mit seinem Kuscheltier so glücklich zu sehen.
  • Eltern sehen in den Kuscheltieren ihrer Kinder vor allem Einschafhilfen aber auch Tröster, als Wesen, die ihrem Kind Geborgenheit geben können, ihnen Ängste nehmen und ihnen Wärme geben. Das Kuscheltier wird oft als Freund oder Ansprechpartner des Kindes bezeichnet.
  • Manche betrachten das Kuscheltier als Familienmitglied, z.B. als 2. Kind.
  • Es gibt Fälle, in denen sehen die Eltern die Kind-Kuscheltier Beziehung als „heilig“ an. Sie sind nicht darin eingeschlossen und respektieren das.
  • Eltern bemerken immer wieder, dass sie  nicht immerzu mit ihren Kindern kuscheln können oder dass sie froh sind, dass ihr Kind jemanden hat, der es immer trösten kann, auch dann, wenn die Eltern gerade nicht da sind. Sie sind froh, dass ihr Kind außer ihnen auch noch einen anderen Ansprechpartner und Halt hat.
  • Eltern empfinden die Kuscheltierbeziehung als hilfereich für die Entwicklung ihres Kindes: Der Umgang mit dem Kuscheltier fördere die Phantasie, schule das Einfühlungsvermögen, bringe den Sohn dazu, die Vaterrolle zu erlernen, fördere soziales Verhalten und die Fähigkeit zu freundschaftlichem Umgang sowie die Fähigkeit, sich trotz der Überfülle für eine konkrete Beziehung entscheiden zu können.
  • Manche Eltern kuscheln selber mit den Kuscheltieren ihrer Kinder und reden mit ihnen (ohne Beisein der Kinder), haben sie lieb.
  • Manche sind froh, dass die Beziehung nicht so extrem ist.
  • Eine Reihe von Eltern Eltern empfindet die Kuscheltierfülle als Überangebot.
  • Ab und an ist es für Eltern ein Problem, dass sie die Kuscheltier nicht so einfach entsorgen können.

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 Beziehen die Kinder ihre Eltern in den Umgang mit dem Kuscheltier ein?

  • Öfter schenken Kinder ihren Eltern ein Kuscheltier, versuchen sie mit Kuscheltieren zu trösten oder leihen ihnen ein Kuscheltier fürs Bett.
  • Viele Kind ist daran interessiert, dass Eltern das Kuscheltier auch lieb haben.
  • Die meisten Kinder Kinder holen Eltern in ihr Spiel mit dem Kuscheltier hinein.
  • Etliche Kinder spielen Rollenspiele mit Kuscheltier und Eltern.
  • Oft dürfen Eltern als Kuscheltier sprechen und dieses bewegen.
  • Für einige wenige Kinder haben die Eltern in ihrer Kuscheltier-Beziehung nichts zu suchen.

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Werden die Kuscheltiere in den Familienalltag eingebunden?

  • Es gibt offenbar Familienunternehmungen und Familienrituale, an denen die Kuscheltiere im gemeinsamen Einvernehmen von Kuscheltier-BesitzerIn und Eltern teilnehmen. Dazu gehören vor allem Urlaubsreisen und längere Autofahrten.
  • Häufig sind Abendrituale mit den Kuscheltieren, bei denen Geschichten vorgelesen, Lieder gesungen und allen ausführlich Gute Nacht gesagt wird.
  • In etlichen Familien gibt es gemeinsame Rollenspiele, bei denen die Kuscheltiere Rollen übernehmen.
  • In einigen Familien nehmen die Kuscheltiere auch an Mahlzeiten teil.
  • Nur selten aber werden die Kuscheltiere außerhalb der Kinderzimmer aufbewahrt und haben etwa ihrenPlatz auf dem Wohnzimmersofa oder in der Küche auf der Fensterbank.

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Zusammengefasst :
In den meisten Fällen werden die Kuscheltiere  auch von den Eltern respektiert und in Teile des Tagesablaufes einbezogen. Die meisten Eltern stehen den Kuscheltieren positiv gegenüber.  Kinder erwarten von den Eltern, dass diese das Kuscheltier beachten und seine Bedeutung respektieren. Die meisten Kinder sind daran interessiert, dass die Eltern ihre Kuscheltiere auch liebhaben. Nur wenige Kidner betrachten ihre Kuscheltiere als Wesen, die exklusiv nur zu ihnen Kontakt haben sollen.

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