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10.4.2010 von admin.
4. Das Angebot an niedlichen Kuscheltieren ist in fast jedem Kinderzimmer groß, aber manchmal wählt ein Kind ein für uns Erwachsene sehr seltsames Exemplar – nach welchen Kriterien gehen Kinder da vor?
In meinen Untersuchungen wurde immer wieder deutlich, dass Kinder ihre Lieblingskuscheltiere nicht nach Schönheit, Preis oder Marke aussuchen.
Selbst noch bei Grundschulkindern zeigte sich, dass das Kuscheltier für ein Kind kein Prestigeobjekt ist, mit dem es angeben kann und will. Das einzige Kriterium, das immer wieder genannt wird, wenn man fragt, warum gerade dieses Kuscheltier der Liebling ist: Es muss weich sein und anschmiegsam. Manche Kinder sehen es ihren Kuscheltieren in den Augen an, ob sie es lieben wollen und ob es sie liebt. Und dann spielt der Rest keine große Rolle.
Obwohl wir einer Schwemme an Kuscheltieren und Kuscheltier ähnlichen Objekten ausgesetzt sind, die Kinder werden mit diesem Problem leicht fertig. Sie sind sehr wohl in der Lage, aus der Fülle das besondere, nämlich „ihr“ Kuscheltier zu wählen und ihm treu zu bleiben: für 3 lange Tage, für Wochen, Monate, manchmal eine ganze Kindheit lang und ein Leben dazu.
Die Beziehung zum Kuscheltier scheint weitgehend frei von den Merkmalen unseres antrainierten Konsumverhaltens, das sich durch Modetrends, durch Markenkäufe, durch das ständige Veralten des gestern Gekauften, durch das Bedürfnis nach Mehr, nach Neuem, nach sozial Anerkanntem und Beneidetem ausrichtet. Die Beziehung zum Kuscheltier ist eine echte Beziehung. Vielleicht ist sie deshalb gerade heute so wichtig und vielleicht liegt genau darin der Reiz der Kuschels.
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