Puppe – Teddy – Kuscheltier

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Tja, der Oberbegriff für Puppen, Teddys und Kuscheltiere, der fehlt wirklich. Ich bin durchaus der Meinung, dass alle drei sehr viel mit einander zu tun haben. Ganz persönlich bin ich außerdem eine Teddyliebhaberin, kein unbedingte Kuscheltierfan.

In gewissem Sinne drückt ja der Begriff „Puppe“ das aus, was allen gemeinsam ist: eine  handliche und griffige Miniaturausgabe eines Lebewesens, die zum Spiel, insbesondere zum Rollenspiel anregt und gleichzeitig eine Beziehung zu diesem Lebewesen ermöglicht. So gesehen wäre „Puppe“ der wissenschaftliche Begriff für dieses entwicklungspsychologische und anthropologisch so wichtige Phänomen.

 

Dass ich mich selber schwerpunktmäßig auf Kuscheltiere ausrichte, hat nicht nur den Grund, dass die Kuscheltiere heute die anderen „Puppen“ aus den Kinderzimmern verdrängen. Am Kuscheltier interessieren mich Aspekte, die wirklich vor allem den Kuscheltier zuzurechnen sind.

1. Das Kuscheltier stellt keine menschliche Gestalt dar, sondern in der Regel wirklich ein Tier (natürlich mit Kindchenschema und vermenschlichter Persönlichkeit, aber doch ein Tier). In der Kuscheltierbeziehung wird neben dem Modell einer partnerschaftlichen zwischenmenschlichen Beziehung auch die Beziehung Mensch – Tier aktiviert.

 

2. Das Kuscheltier lebt von seiner Weichheit: nicht nur das weiche Fell, sondern auch die ganze Figur ist weich, kann „geknuddelt werden“, ohne ihre Form zu verlieren. Darin besteht die größte Attraktivität der Kuscheltiere, wie mir immer mehr klar wird: Sie sind zum kuscheln, schmusen, zärtlich sein, Zärtlichkeit geben und empfangen in hohem Maße geeignet. Das kann weder eine Puppe so noch ein alter strohgefüllter Teddybär, wie meiner.

 

3. Ich frage mich, warum gerade diese Funktion heute eine so große Bedeutung hat. Gab es früher nicht so einen großen Bedarf nach Zärtlichkeit und Berührung?

 

4. Schließlich reizt mich die Beobachtung, dass auch Jungen mit Kuscheltieren zärtlich und fürsorglich umzugehen pflegen – während sie praktisch nicht mit Puppen spielen bzw. dieses nicht öffentlich zugeben würden. Hier sehe ich eine Chance für die Entwicklung und Erziehung von männlichen Wesen, die z.B. ihre Vaterrolle auszufüllen bereit sind und die lernen, Gefühle zu haben, mitzuteilen und auch zu zeigen und die bereit sind, verantwortungsvoll und beschützend mit anderen Wesen umzugehen.

Das scheint mir z.B. in einer Zeit, wo wir uns wieder an Kriege gewöhnen sollen, bitter nötig. 

 

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