Warum sind Kuscheltiere meistens wirklich Tiere?
2. Beobachtung:
Ein Tier darf in unserer Kultur - im Unterschied zum Menschen - ohne Weiteres berührt und gestreichelt werden, um ihm Zuneigung zu vermitteln. Einen Menschen, selbst ein fremdes Kind, wird man nicht so ohne Weiteres anfassen.
Bei Tieren kann man Gefühle zulassen. Das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Kontakt darf ausgelebt werden.
Das KuscheltTIER transportiert diese Aufforderung zum Anfassen und die Akzeptanz des berührt werden Wollens in hohem Maße. Bei Puppen ist es sicher auch erlaubt, zu streichen und zu schmusen. Aber beim KuscheltTIER kommt hinzu, dass es auf grund seiner kuscheligen, fellartigen Oberfläche und seiner rubusten Weichheit und Knautschbarkeit selber berührt, taktile Erlebnisse vermittelt, selber Zärtlichkeit schenkt.
Das aber kann eine Puppe nicht leisten, es sei denn, sie sieht z. B.aus wie der letztens vorgestellte “König”.
3. Beobachtung:
Auch KuscheltTIERE, insbesonders große, starke und wehrhafte Arten, strahlen diese Autonomie aus und fordern für sich Respekt vom Kind. Natürlich kann ein Kind mit einen Kuscheltier theoretisch und auch praktisch alles anfangen, was ihm einfällt. Tatsächlich aber empfindet es Respekt vor seinem Kuscheltier und dessen eigenem, fremden Wesen. Das Kind sieht sich gegenüber seinem Kuscheltier nicht in der Rolle des Beherrschers. Vielmehr wird das Kuscheltier mit seinen besonderen Fähigkeiten und Stärken als Ergänzung der eigenen Person gesehen. Kind und Kuscheltier gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein.
Eine Puppe dagegen ist immer der hilflosere Teil der Beziehung. Hier ist vom Kind gegenüber der Puppe zwar Verantwortung und Fürsorge aber kein Respekt gefordert für dessen Eigenheiten und Stärken. Eine Puppe wird i.d.R. vom Kind nicht als gleichberechtigter Partner angesehen.
Beobachtung 4:
Kuscheltiere wirken in hohem Maße Angst reduzierend, entspannend und tröstend.