Die Mensch-Tier-Beziehung spiegelt sich in der Kuscheltier-Kind-Beziehung

Die Mensch-Tier-Beziehung ist voller Lern- und Erfahrungschancen. Die folgenden Beobachtungen treffen analog auch für das Spiel mit Puppen zu.

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  • Für den Menschen ist ein Haustier oder ein gezähmtes Tier ein Wesen, für das er Verantwortung übernehmen muss.

Auch das Kuscheltier löst im Kind grundsätzlich die Annahme aus, sein Tier brauche seine Fürsorge und seinen Schutz. Viele Kinder gehen sehr sorgfältig, fürsorglich und verantwortungsvoll mit ihren Kuscheltieren um. Das Kind kann mit seinem Kuscheltier Verantwortung und Fürsorge üben und lernen.
Natürlich passiert hier in der Realität nichts, wenn das Kind sein Kuscheltier vernachlässigt. Deswegen entfällt bei Kuscheltieren natürlich auch die Chance, die von Erziehern in der Kind-Tier-Beziehung gesehen wird, dass nämlich das Kind im Umgang mit seinem Tier notwendig Regelmäßigkeit, Verantwortung und Pünktlichkeit  erlernt, weil der Schaden, den es sonst seinem Tier zufügt, deutlich für das Kind erkennbar ist.  Andererseits hat das aber den Vorteil , dass die Liebe zwischen Kind und Kuscheltier keiner elterlichen Hilfe und Kontrolle bedarf. Somit ist das Kuscheltier wirklich der erste selbständig gewählte Partner des Kindes und das Kind kann diese Beziehung auch aus eigener Kraft und in eigener Regie gestalten und durchhalten.

  • Die Liebe zu einem Tier gibt dem Kind die Möglichkeit, die Gefühle eines anderen Lebewesens  wahrzunehmen, sich in andere Lebenwesen und deren Erleben hineinzuversetzen, sie zu verstehen und mit ihnen zu empfinden. Da man letztlich mit einem Tier nur nonverbal kommunizieren kann, lernt man, die Körpersprache des Tieres zu deuten. Außerdem wird so der eigene Umgang mit Mimik, Gestik und Körpersprache geschult.
    Das alles gelingt aber nur, wenn eine Bindung zwischen Mensch und Tier besteht. Allein der Besitz eines Tieres bringt in dieser Hinsicht gar nichts.

Im Umgang mit seinem Kuscheltier übt und lernt das Kind das Hineindenken und Verstehen anderer Wesen und nonverbales Kommunizieren, auch wenn die Lebendigkeit seines Partners nur in seiner Phantasie existiert.  Die Beziehung eines Kindes zu seinem Kuscheltier ist geprägt von Empathie und Kommunikation.

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