Wer kommt mit zur Teddyklinik?

In vielen Städten Deutschlands finden alljährlich in den großen Universitätskliniken sogenannte „Teddykliniken“ statt.

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Studierende der Medizin versorgen einen ganzen Tag lang – als Ärzte gekleidet und mit  dem gesamten medizinischen Equipment ausgestattet, das eine Arztpraxis und ein Krankenhaus hergibt –  kranke Kuscheltiere, Teddys und Puppen . Die werden von ihren Müttern und Vätern vorgestellt und liebevoll durch die Prozedur begleitet. Meist sind es Kindergartenkinder aus den Einrichtungen der Stadt. Viele Kinder kommen auch alleine und auf eigenen Antrieb.

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Die Sorgen der Kuscheltier-Eltern sind groß und vielfältig. Kuscheltiere können alle Krankheiten bekommen, die auch Kinder haben können und noch viel mehr dazu. Da kam einmal eine Krake, die war mit ihrem Fahrrad über einen ihrer Fangarme gefahren. Ein Eisbär hatte Angst vor Schnee. Ein Häschen naschte immer wieder unerlaubter Weise an der Pizza seiner Besitzerin – was auf für Hasen untypische Gelüste hinweist.  Aber die Tiere haben auch Schnupfen, Keuchhusten, Masern und Windpocken, gebrochene Beine oder Verbrennungen, Kopfweh oder Bauchschmerzen.

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Die jungen ÄrztInnen tuen was sie können. Erst wird das Krankheitsbild aufgenommen und der Patient gemessen und gewogen und gründlich untersucht. Manchmal gibt es nur einen Rat oder ein Rezept, andermal muss Teddy zum Röntgen, es wird gespritzt und geimpft oder das  arme Tier  wird sogar an Ort und Stelle operiert.

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Teddykliniken sind immer ein großer Erfolg. Ziel ist es, auf diese Weise Kindern Wissen über Krankheiten und ihre Ursachen zu vermitteln und ihnen die Angst vor dem Arzt oder dem Krankenhaus zu nehmen. Den jungen Medizinen macht das Ganze einen riesigen Spaß. Manche bleiben alljährlich dabei, auch wenn sie schon im 10 Semester sind.

In diesem Jahr wird eine StudentInnengruppe meiner FH an der Teddyklinik im den Helios-Klinikum in Erfurt mitmachen. Prof. Dr. Sauerbrey hat uns freundlicherweise eingeladen teilzunehmen und bei dieser Gelegenheit Beobachtungen zu machen über den Umgang der Kinder mit ihren kranken Lieblingen. Wir werden als ArztassistentInnen ausgewiesen, in grüne Sachen gesteckt und führen bei den Anamnesen das Protokoll.

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Am 3. Juni steigt das Ereignis. Vorher freilich erarbeiten sich die Studenten noch die notwendigen fachlichen Hintergründe und entwickeln interessante, kindgemäße Fragen.
Zwei männliche Studenten sind dabei, die ehrlich zugegeben haben, dass sie heute nicht mehr wissen, wo ihr altes Lieblingskuscheltier ist. Ich nehme an, am 4. Juni werden sie sich spätestens auf die Suche danach machen.

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