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Fotos von Kuscheltieren und Menschen mit Kuscheltieren

Kuscheltiere im Dienst

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Auch bei Haustieren gibt es solche, die einfach nur dazu da sind, um ihre Menschen zu erfreuen und solche die im Dienst sind oder wichtige Aufgaben erfüllen. Katzen machen so was ja nebenbei und zu ihrem eigenen Vergnügen (das Mäuse fangen), bei Hunden habe ich immer den Eindruck, dass diensthabende Wachhunde oder Suchhunde eine Nummer zu ernst und zu Pflicht bewusst sind.
Auch Kuscheltiere haben manchmal Aufgaben, die nicht unbedingt ihrem Naturell entsprechen. Z. B. als Kopfkissen. Weil ich eine Zeit lang ihren dicken Timmel als Kopfkissen genutzt habe, war mir meine Tochter lange böse.

Aber auch Kuscheltiere  haben manchmal  offiziell „Dienst“: als Wärmeflaschen, Schlüsselanhänger, Pantoffeln. Manche landen davon in der Klinik für missbrauchte Kuscheltiere, ich weiß.
Ich hoffe, dass mein Microfaser-PC-Hund mit seiner Aufgabe zufrieden ist und keiner Kuscheltier-Psychotherapie bedarf. Allerdings muss ich zugeben, er hat nicht einmal einen richtigen Namen. Ich werde mir einen besonders schönen ausdenken, damit er sieht, dass ich auch ihn in mein Herz geschlossen habe.  Wie wäre es mit „Putzi“? Nein, das ist zu trivial und zu durchsichtig. Lieber „Netti“ (von Internet), das könnte gut gehen.

Seriöses Forschungsthema?

Aus aktuellem Anlass:

Ich weiß, das fragt sich so manche und so mancher, der dieses Blog liest oder mein Forschungsprojekt kennt.

Aber wie kann etwas kein seriöser Forschungsgegenstand sein, das den Alltag von Kinder dermaßen prägt? Und warum sollte man nicht auch über etwas forschen können, das zum Schmunzeln einlädt (s. u.)?

Und wer an der Bedeutung der Kuscheltiere in der sozialen Praxis zweifelt, kann sich hier informieren:

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oder hier und auch hier

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Mike, der Neue

Damit es auch alle wissen, wie ernst ich es meine mit der Wiederaufnahme meines Kuscheltier-Themas:

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Das ist Mike!

Ich habe mir einen neuen, einen letzten (?) Bären geleistet, einen , der so aussieht, wie die Bären, als ich klein war:
mit beweglichen Beinen und Armen und mit einer Bärenstimme, mit weichem Fell aber hartgestopftem Körper, mit großen Kopf aber nicht mit übermäßigem Kindchenschema, mit Armen, die immerhin bis auf die Oberschenkel reichen und mit einer gestickten Schnauze und wunderbaren Augen.
Es könnte der Enkel meines grauen Schnauzi sein, freilich hat über die Generationen hinweg irgendeine blonde Teddyschönheit dazwischen gefunkt.

Schnauzi habe ich mir mit 6 Jahren gekauft. Mike, so heißt mein neuer Freund, Mike habe ich mir mit 60 geleistet.  Nun sitzt er neben Schnauzi an meinem Bett und versucht, nicht so groß und auffällig auszusehen. Aber gegen den Schnauzigreis mit seinem abgegriffenen Fell und seinem erschlafften Greisenkörper wirkt er wie der strahende Teddygott, wie die Jugend in Person.  Mal sehen, ob die beiden sich vertragen.

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wenn Erwachsene mit Kuscheltieren reden…

dann stimmt da doch  was nicht, oder?

Ich habe nach der Meinung in einem Chat gefragt und wurde überschüttet mit Ratschlägen, den Betreffenden doch zum Psychotherapeuten zu schicken. Alle fanden es merkwürdig und beunruhigend, wenn ein erwachsener Mensch so etwas tut. Und sie machten sich einen Kopf, was an Problemen wohl dahinter stecken könnte.
Nur eine ältere Dame, die sich als Teddyfreundin bezeichnete,  bemerkte, das sei doch nichts besonderes und andere sprächen mit ihren Blumen.

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Foto aus der Ausstellung Männer und ihre Teddys, die bis zum Jahresende in Harsewinkel zu sehen war

In meiner online-Befragung (an der sich vermutlich ja mehr oder weniger ausschließlich  Kuscheltierfreunde und vor allem Freundinnen (82%) beteiligt haben, waren nur 8 % der Meinung, Kuscheltiere seien nichts für Erwachsene.

Und was machen diese Erwachsenen nun mit ihren Kuscheltieren?

  • Für gut die  Hälfte sind Kuscheltiere Kindheitserinnerungen oder mit Erinnerungen an die Kindheit verknüpft. Mehr als die Hälfte (58%) haben heute noch ihre alten Kuscheltiere.
  • 23% kaufen sich heute noch neue Kuscheltiere, 4% schneidern und basteln selber welche.
  • 65% stimmten der Äußerung „Ich mag sie einfach“ zu. Also große Sympathie für unsere kleinen Kuschels.
  • 12% gaben an, die Kuscheltiere seien ihre besten Freunde, 33% haben das Gefühl, dass Kuscheltiere ihnen Wärme geben, 16% werden von Kuscheltieren berührt und angerührt.  Also bei ca. einem Viertel der Leute, die den online-Fragebogen beantwortet haben läuft da noch allerhand zwischen Mensch und Kuscheltier.

Wie groß die Fan-Gemeinde der Kuscheltiere unter Erwachsenen ist, kann man natürlich nach so einer online-Befragung nicht sagen. Sie ist ja nicht ansatzweise repräsentativ. Sie gibt eigentlich nur einen Trend der Leute wieder, die sich überhaupt für so ein Thema bewegen lassen und bereit sind, ein paar Klicks zu tätigen.

Dennoch, es scheint sie zu geben, die Erwachsenen, die auch heute (noch) eine richtige Kuscheltierbeziehung haben, ob sie nun ab und an ihren Teddy befragen und als Orakel benutzen  (s. letzten Beitrag) oder ob sie lange Zwiegespräche mit ihnen führen, das wissen wir allerdings noch nicht.

Demnächst werde ich eine neue online-Befragung für Erwachsene installieren, um vielleicht etwas mehr darüber zu erfahren, was für Menschen das sind, die Kuscheltiere lieben, brauchen, mögen und in was für Situationen sie sind, wenn das Kuscheltier für sie von Bedeutung ist.

P.S. An der derzeit noch laufenden online-Befragung haben sich immerhin bisher 196 Leute beteiligt, nicht gerade umwerfend, wenn man an das world-wide-web denkt, aber immerhin. Wer noch möchte: Bis Ende Januar steht die alte Befragung „Warum lieben wir Kuscheltiere“ noch im Netz.

    Silvester für Große und Kleine

    Es war einmal ein langer Silvester Abend. Eigentlich sollte der kleine Bär schlafen und der große Bär wollte so richtig eins drauf machen mit seinen Kumpels. Aber der kleine Bär konnte nicht schlafen.

    Und so nahm der große Bär den kleinen Bären auf den Arm und sie gingen raus, um sich gemeinsam den riesigen Mond anzusehen, der die Silvesternacht beleuchtete.

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    So war die Geschichte nicht, nur so ähnlich. Die Bilder stammen aus einem der schönsten Teddy-Bilderbücher, die ich kenne.

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    „Kannst du nicht schlafen, kleiner Bär?“ heißt es.

    Prosit auf ein neues Kuscheltierjahr!

    Timmel, der Schwanzlose

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    Man kann es nicht sehen: Timmel hat keinen Stummelschwanz.  Er schämt sich deshalb ein bisschen.

    Wir wissen, dass Teddys eigentlich nie Schwänze haben. Aber er glaubt es mir nicht, weil seine  Verwandten, große, braune Bären genannt Knölli und Black Jim eben solche Stummelschwänze haben und behaupten, dass sei viel besser und viel echter und überhaupt…. Und Timmel fühlt sich diskriminiert.
    Wenn sie ihn ärgern wollen, sagen Sie nur so was wie „ach ja, die Welt ist eben voller schwanzloser Bären“ und Timmel ist für Tage sauer und will mit niemand sprechen, selbst nicht mit seiner Mutter, meiner jüngsten Tochter.

    Deshalb treibt er sich auch in der Weltgeschichte herum, mal ist er bei meiner Tochter in ihrer Studierbude, mal bei mir, selten zu Hause bei seinen stolzen und bornierten Verwandten. Armer Timmel! Dabei ist doch er der normale Bär. Aber er glaubt es einfach nicht.

    Es geht den Kuscheltieren wie den Leuten.

    Kuscheltiere bei mir zu Hause

                                                                                                                                        tatze3.jpg zur aktuellen Online-Befragung:
    klicken sie im Menü auf Fragebogen

    Haben Erwachsene noch Kuscheltiere? Ich frage danach in meinem On-Line-Fragebogen. Und wie sieht es bei mir aus?

    Ich selber verhalte mich, was den Kauf von Kuscheltieren betrifft, inzwischen eher zurückhaltend. Das war anders, als ich noch kleine Kinder hatte. Im alten Familienbuch fand ich neulich ein Protokoll über eine Familienkonferenz, indem mein Sohn (damals 11 Jahre alt) unsere aktuellen Familienbeschlüsse festgehalten hatte. Dort hieß es „Mama soll nur die Kuscheltiere kaufen, die wir wirklich haben möchten“. Das klingt ganz danach, als hätte ich meine Kinder als Vorwand genutzt, meine Kuscheltierliebe hemmungslos in die Tat umzusetzen.
    Wenn ich an der Autobahntankstelle zur Kasse gehe, bleibe ich noch heute manchmal vor dem Tisch mit den Kuscheltieren stehen und denke seufzend, dass ich nun keinen Grund mehr habe, mit einem neuen Kuscheltier nach Hause zu kommen. 

    Dennoch sitzt auch heute noch Schnauzi, der Bär, der mich seit 55 Jahren begleitet, neben meinem Kopfende am Bett. Der andere ist ein Neuer, Klausi, den mir mein neuer Mann vor ein paar Jahren geschenkt hat und der jetzt sozusagen als gemeinsamer Sohn und kritischer Beobachter seiner „Eltern“ neben Schnauzi sitzen darf.

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     Klausi

    Dann gibt es da noch „Durchhaltebär“, einen alten, abgewetzten Bären, den mir meine Kinder neulich zum 60. Geburtstag geschenkt haben, damit ich die letzten Berufsjahre noch gut durchhalte.

    Dann sind da auch noch manchmal Kuscheltiere zu Gast bei mir, z. B. zwei Mitbringsel von einer Ostseekreuzfahrt, Fridjof und Nansen, eine giftgrüne Krake und ein rosafarbener Stachelrochen, die ich mit meiner Jüngsten damals im Schiffsshop erstanden habe und die sich hier einfach festgesetzt haben.


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    Fridjof und Nansen

    Nächste Woche kommt Timmel wieder zu mir „in Urlaub“, weil er in seiner Teddyfamilie als einziger „Schwanzloser“ nicht geachtet ist und seine empfindliche Seele sehr darunter leidet. Er müsse sich jetzt ein bisschen bei Oma erholen, sagt meine Tochter.

    Und heute habe ich mich entschlossen, mir zu Weihnachten einen neuen Teddy zu kaufen, einen ganz bestimmten, den ich schon gesehen habe und dem ich nicht widerstehen kann. Er saß bei seiner Teddy-Macherin und schaute mich mit seinen braunen Augen an und ich hatte das untrügliche Gefühl, wir hätten auf einander gewartet. Er sieht aus wie mein Schnauzi, als er noch ein junger, strammer Teddy war., nur ist er gelb und nicht grau. …. Klausi und Schnauzi müssen auf ihrem Brett an meinem Bett für ihn doch noch mal Platz machen.