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26.4.2010 von admin.
Tja, der Oberbegriff für Puppen, Teddys und Kuscheltiere, der fehlt wirklich. Ich bin durchaus der Meinung, dass alle drei sehr viel mit einander zu tun haben. Ganz persönlich bin ich außerdem eine Teddyliebhaberin, kein unbedingte Kuscheltierfan.
In gewissem Sinne drückt ja der Begriff “Puppe” das aus, was allen gemeinsam ist: eine handliche und griffige Miniaturausgabe eines Lebewesens, die zum Spiel, insbesondere zum Rollenspiel anregt und gleichzeitig eine Beziehung zu diesem Lebewesen ermöglicht. So gesehen wäre “Puppe” der wissenschaftliche Begriff für dieses entwicklungspsychologische und anthropologisch so wichtige Phänomen.
Dass ich mich selber schwerpunktmäßig auf Kuscheltiere ausrichte, hat nicht nur den Grund, dass die Kuscheltiere heute die anderen “Puppen” aus den Kinderzimmern verdrängen. Am Kuscheltier interessieren mich Aspekte, die wirklich vor allem den Kuscheltier zuzurechnen sind.
1. Das Kuscheltier stellt keine menschliche Gestalt dar, sondern in der Regel wirklich ein Tier (natürlich mit Kindchenschema und vermenschlichter Persönlichkeit, aber doch ein Tier). In der Kuscheltierbeziehung wird neben dem Modell einer partnerschaftlichen zwischenmenschlichen Beziehung auch die Beziehung Mensch - Tier aktiviert.
2. Das Kuscheltier lebt von seiner Weichheit: nicht nur das weiche Fell, sondern auch die ganze Figur ist weich, kann “geknuddelt werden”, ohne ihre Form zu verlieren. Darin besteht die größte Attraktivität der Kuscheltiere, wie mir immer mehr klar wird: Sie sind zum kuscheln, schmusen, zärtlich sein, Zärtlichkeit geben und empfangen in hohem Maße geeignet. Das kann weder eine Puppe so noch ein alter strohgefüllter Teddybär, wie meiner.
3. Ich frage mich, warum gerade diese Funktion heute eine so große Bedeutung hat. Gab es früher nicht so einen großen Bedarf nach Zärtlichkeit und Berührung?
4. Schließlich reizt mich die Beobachtung, dass auch Jungen mit Kuscheltieren zärtlich und fürsorglich umzugehen pflegen - während sie praktisch nicht mit Puppen spielen bzw. dieses nicht öffentlich zugeben würden. Hier sehe ich eine Chance für die Entwicklung und Erziehung von männlichen Wesen, die z.B. ihre Vaterrolle auszufüllen bereit sind und die lernen, Gefühle zu haben, mitzuteilen und auch zu zeigen und die bereit sind, verantwortungsvoll und beschützend mit anderen Wesen umzugehen.
Das scheint mir z.B. in einer Zeit, wo wir uns wieder an Kriege gewöhnen sollen, bitter nötig.
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21.3.2009 von admin.
Ich melde mich zurück im Kuscheltierblog.
Für einige Monate hatte ich andere Themen, die meine ganze Aufmerksamkeit forderten, weniger schöne Themen als das Thema Kuscheltier.
Aber jetzt kann es wieder weiter gehen. Noch immer bin ich dem Geheimnis der Kuscheltiere auf der Spur.
Einen kleinen Schritt weiter bin ich durch den Online-Fragebogen gekommen, an dem viele der LeserInnen dieses Blogs teilgenommen haben - wofür ich herzlichen Danke sage!
Die Ergebnisse werde ich in den nächsten Wochen vorstellen und erläutern.
Soviel kann ich aber verraten:
1. Das Kuscheltierthema ist kein Thema, das sich in seiner Relevanz auf Kinder beschränkt.
2. Die besondere Rolle und Bedeutung der Kuscheltiere für Kinder und erwachsene Menschen, die weit, weit über das hinausgeht, was sie ja eigentlich sind: ein bisschen Fell, Füllmaterial, 2 Augen, eine Schnauze…, diese Rolle wird immer klarer für mich: Das Verhältnis zwischen Mensch und Kuscheltier ist eine wirkliche Beziehung, eine Freundschaft, manchmal eine kleine Liebe.
Schnauzi, meine große Liebe, als ich 6 Jahre alt war, heute sitzt er an meinem Bett und schaut mir zu.
Ob dabei das Verhältnis zum Kuscheltier als ein Ersatz für menschliche Beziehungen zu sehen ist, darüber möchte ich noch nicht urteilen. Ich glaube eher nicht oder zumindest ist das m. E. nicht das Entscheidende. Ein Kuscheltier kann diesen Ersatzcharakter haben, aber es hat auch da seine besondere Funktion, wo Menschen glücklich und geliebt und mit Freunden und Bekannten gut eingedeckt sind.
Sagen wir es einmal in aller Bescheidenheit anders: die Beziehung zu einem Menschen kann kein Ersatz sein für die Beziehung zu einem Kuscheltier.
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17.1.2009 von admin.
dann stimmt da doch was nicht, oder?
Ich habe nach der Meinung in einem Chat gefragt und wurde überschüttet mit Ratschlägen, den Betreffenden doch zum Psychotherapeuten zu schicken. Alle fanden es merkwürdig und beunruhigend, wenn ein erwachsener Mensch so etwas tut. Und sie machten sich einen Kopf, was an Problemen wohl dahinter stecken könnte.
Nur eine ältere Dame, die sich als Teddyfreundin bezeichnete, bemerkte, das sei doch nichts besonderes und andere sprächen mit ihren Blumen.
Foto aus der Ausstellung Männer und ihre Teddys, die bis zum Jahresende in Harsewinkel zu sehen war
In meiner online-Befragung (an der sich vermutlich ja mehr oder weniger ausschließlich Kuscheltierfreunde und vor allem Freundinnen (82%) beteiligt haben, waren nur 8 % der Meinung, Kuscheltiere seien nichts für Erwachsene.
Und was machen diese Erwachsenen nun mit ihren Kuscheltieren?
Wie groß die Fan-Gemeinde der Kuscheltiere unter Erwachsenen ist, kann man natürlich nach so einer online-Befragung nicht sagen. Sie ist ja nicht ansatzweise repräsentativ. Sie gibt eigentlich nur einen Trend der Leute wieder, die sich überhaupt für so ein Thema bewegen lassen und bereit sind, ein paar Klicks zu tätigen.
Dennoch, es scheint sie zu geben, die Erwachsenen, die auch heute (noch) eine richtige Kuscheltierbeziehung haben, ob sie nun ab und an ihren Teddy befragen und als Orakel benutzen (s. letzten Beitrag) oder ob sie lange Zwiegespräche mit ihnen führen, das wissen wir allerdings noch nicht.
Demnächst werde ich eine neue online-Befragung für Erwachsene installieren, um vielleicht etwas mehr darüber zu erfahren, was für Menschen das sind, die Kuscheltiere lieben, brauchen, mögen und in was für Situationen sie sind, wenn das Kuscheltier für sie von Bedeutung ist.
P.S. An der derzeit noch laufenden online-Befragung haben sich immerhin bisher 196 Leute beteiligt, nicht gerade umwerfend, wenn man an das world-wide-web denkt, aber immerhin. Wer noch möchte: Bis Ende Januar steht die alte Befragung “Warum lieben wir Kuscheltiere” noch im Netz.
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25.12.2008 von admin.
Lieb, nett und weich sind sie und sollen sie sein. Freundliche und auch friedliche Wesen, könnte man meinen.
Ich will den Kuscheltierliebhabern nicht das Friedensfest verderben, aber mich beunruhigt eine Beobachtung:
Ich finde im Internet gleich zwei Beispiele dafür, dass Kuscheltiere von Menschen dazu benutzt werden, sich aktiv an Menschenkriegen zu beteiligen
Teddy Karl im Krieg
und dort für “Frieden” zu sorgen:
Teddy-Roboter, die verwundete Soldaten retten sollen. Und Karl der Bär, der den Kindern erzählt, was Papa und Mama im Krieg in Afghanistan so machen.
Kuscheltiere werden eben nicht gefragt, bevor man sie für irgendetwas eingesetzt. Und sie sind geduldig und immer weich, freundlich und friedlich. Und Menschen benutzen ihr Image als Werbeträger für alles und jedes und offensichtlich auch für den Krieg.
Kennen Sie noch andere Beispiele, wo Kuscheltiere und ihr Image schlicht missbraucht werden?
Allen LeserInnen meines Blogs dennoch fröhliche Weihnachten!
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15.12.2008 von admin.
Das ist ja noch verrückter als Spinnen, Quallen oder Schnecken als Kuscheltiere zu haben:
Das ist “Bakti”, eine Kuscheltierbakterie. Nicht besonders appetitlich? Es gibt Leute, die sind ganz scharf auf solche Kuscheltiere.
Außer Bakterien gibt es Viren und Steptokokken, Bazillen und was sonst noch unsichtbar unser Leben bevölkert.
Hier eine Auswahl dieser fröhlichen Gesellen.
In meiner Untersuchung haben immerhin fast 70% angegeben, nur solche Kuscheltiere zu mögen, die Tiere darstellen, die auch in Wirklichkeit Fell haben.
Aber bis 18% können sich auch Kuscheltierschlangen oder Kröten vorstellen. Nur einer fand auch eine Mikrobe liebenswert, sobald sie als Kuscheltier daher kommt
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17.10.2008 von admin.
Zwei kleine Jungen warten im Buggy auf ihre Mutter, die gleich wieder kommt. Aber ein wenig verlasssen fühlen sie sich und sie brauchen Schutz. Den haben sie: das Kuscheltier und das Spielgewehr. Worauf werden sie in ihrem Leben mehr vertrauen?
Es gibt eine interessante Fotoausstellung:
Fotoausstellung “Männer und ihre Kuscheltiere
- zwischen Nähe und Distanz”: vom 03.09.2008 bis Ende Dezember 2008 im Rathaus der Stadt Harsewinkel in Nordrhein-Westfalen
mehr unter: www.harsewinkel.de
Das Kuscheltier aus Kindertagen verlieren manche Männer nie aus den Augen: Für die Fotoausstellung «Zwischen Nähe und Distanz - Männer und ihre Kuscheltiere» im Rathaus Harsewinkel haben sich rund 80 Männer mit ihren Teddys vor die Kamera gewagt. Das teilte die Stadt mit.
Für viele der Männer sei der Fototermin Anlass gewesen, sich an die eigene Kindheit und «längst vergessene Träume, Sehnsüchte und Wünsche» zu erinnern. Fotografin Dietlind Brödel-Waschke habe die Erinnerungen aufgeschrieben, die mit einer Auswahl von 60 Fotos im Rathaus gezeigt würden. Die Ausstellung ist vom 3. September bis Ende Dezember im Rathaus der Stadt zu sehen.
Die sollte man und frau sich vielleicht mal ansehen.
Dass Fünfjährige ihren Pflegetrieb offen an ihren Kuscheltieren austoben und Rotz und Wasser weinen können, wenn dieses Kuscheltier verschunden ist, das zeigte sich ja schon in meiner ersten Untersuchung.
Was aber ist mit erwachsenen Männern?
Bei meinen Internetrecherchen zum Thema Kuscheltier Blogs stieß ich wiederholt auf Chaträume und Blogs, in denen sich Männer über solche Fragen unterhielten wie “Hattest du auch als Kind ein Kuscheltier?”
Die Antworten klingen aber alle nicht unbedingt so, als würden die Männer zu ihrer Kindheitsliebe stehen. Die meisten reagierten ironisch und machten sich lustig über das Kuscheltier und diejenigen, die an ihm hängen. Besonders beliebt waren aggressive und unterschwellig auch aggressiv-sexuelle Tönungen in diesen super-coolen Beiträgen.
Sie konnten als Erwachsene nicht einmal zu ihren kindlichen Gefühlen stehen.
Na, dann können wir ja mal auf die kommende Generation hoffen.
Allerdings gibt es auch Männer die zu ihren intensiven Kuscheltiererfahrungen stehen. Ich kenne gleich ein halbes Dutzend. Alle sind über 60. Im Buch “Der Blick des Teddybären”, in denen Christa Frey Teddy-Erlebnis-Geschichten gesammelt hat, steht auch eine Geschichte, die ein Mann geschrieben hat, immerhin! Und sein Bär hieß ausgerechnet Schnauzi, so wie meiner.

Sollte es auch jüngere Männer geben, die sich noch gerne an ihr Lieblingskuscheltier erinnern?
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13.10.2008 von admin.
Dass mir das Forschungsprojekt “Psychologie des Kuscheltiers” großen Spaß macht, wundert weder mich noch meine Leute: Ich habe Kuscheltiere, vornehmlich allerdings Teddys, geliebt, seit ich sie im Arm halten konnte.
Die drei Waldbären:
Mutter, Schwester und der große Waldbär
Aber zu meiner Überraschung übt das Thema auch auf die meisten anderen Menschen, die damit konfrontiert werden eine euphorisierende Wirkung aus:

in einem Stockholmer Schaufenster
Ich habe den Eindruck, der Gedanke an Kuscheltiere berührt in den Menschen etwas, was sie ganz intensiv betrifft und was sie glücklich macht.
Es geht etwas aus von Kuscheltieren, das lässt die Menschen lächeln und im Lauf den Schritt anhalten, lässt sie stehen bleiben und den kleinen kuscheligen Wesen nachschauen, offen sehnsüchtig die Frauen und Kinder bzw. gönnerhaft entzückt (die Männer).
Was ist dieses Etwas?
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3.10.2008 von admin.
3.10.2008 von admin.
Nun ist er endlich installiert, mein erster Fragebogen. Klickt mal rein ( oben auf der Menüleiste vorletztes Feld) und schaut, ob ihr Lust habt mitzumachen!
Ich habe für die Auswertung sachkundige Hilfe.
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10.8.2008 von admin.
10.8.2008 von admin. Untersucht haben wir zunächst, welche Bedeutung Kuscheltiere heute für Kindergartenkinder haben. Als die Hortkinder mitbekamen, worum es ging, rissen sie sich um unseren Interviewleitfaden und füllten ihn aus eigener Initiative zu Hause für uns aus.
Und manche Mutter schaute ihrem Kind dabei interessiert über die Schulter.
lauter Löwen
Ich lerne immer mehr Leute kennen, die auch als Jugendliche, junge Erwachsene, als ältere Menschen zu ihrem alten Kuscheltier aus Kindertagen eine Beziehung erhalten haben.
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17.7.2008 von admin.
17.7.2008 von admin.
Kuscheltiere sind heute anders kuschelig:
“Suppenhuhn”, ein einziger weicher Ball 
Heute sind sie weich, der ganze Körper ist weich, sie lassen sich biegen und in jede Körperhaltung formen, solange man sie in der Hand hat. Sie haben keine Gelenke, nehmen also „alleine“ immer wieder die gleiche Stellung ein.
Früher waren Kuscheltiere innen hart gestopft und außen mit einem weichen Fell bezogen, dass aber eher die Eigenschaften von Tierfellen hatte, also sich je nach Strichrichtung unterschiedlich anfühlte. Kuscheln war damals mehr eine Frage von Streicheln und Fühlen und in den Arm nehmen. Sowas wie Knuddeln war nicht möglich.
Das Kuscheln mit dem Kuscheltier hat im Vergleich zu Stofftieren der früheren und noch weiter zurück liegenden Generationen einen anderen Charakter angenommen hat. Es ist wilder, besitzergreifender, es wird geknufft und geknuddelt.
Die alten Teddybären dagegen waren hart und ihre Weichheit und Zärtlichkeit steckte im Fell, das zu berühren, zu ertasten war und feine taktile Berührungserlebnisse vermitteln konnte.
Heutige Felle sind viel langweiliger, dafür ist aber in der Regel das ganze Kuscheltier weich, kann gedrückt und zusammengequetscht werden, passt sich beliebig den Manipulierungsversuchen des Kindes an, kann immer vollen Körperkontakt herstellen, stört nicht als harter Fremdkörper im Bett…
Aber das sind nur meine Überlegungen. Mich würde interessieren:
Bis zum nächsten Mal!
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