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Teddyklinik an der Helios-Klinik in Erfurt am 2.6.2010

Am Donnerstag war die Teddyklinik in Erfurt: 85 MedizinstudentInnen, 9 Studierende der Sozialpädagogik, 650 Kindergartenkinder und viele, viele Kuscheltiere, Teddys und Puppen …

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Das Wetter spielte mit. Endlich gab es blauen Himmel und warme Sonne.

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Manches Kuscheltier und manche Puppe  hatte es hart getroffen. Die Eltern waren besorgt.

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Erst ging es zum Anamnesegespräch.

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Wiegen, Messen, und das Gespräch mit den Kuscheltiereltern, so ging es  los.

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Manches Kuscheltier musste noch weiter untersucht werden.

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Immer wieder war eine OP nötig - und die Eltern saßen dabei und konnten ihr Kuscheltier beruhigen…

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Beine, Schwänze und Arme wurden liebevoll verbunden.

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In vielen Fällen wurde geröngt. Man wollte schließlich sicher gehen.

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Für zu Hause gab es wichtige Ratschläge, ein Rezept und  für so manches Kuschel auch eine Tapferkeitsmedaille.

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Die Mensch-Tier-Beziehung spiegelt sich in der Kuscheltier-Kind-Beziehung

Die Mensch-Tier-Beziehung ist voller Lern- und Erfahrungschancen. Die folgenden Beobachtungen treffen analog auch für das Spiel mit Puppen zu.

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  • Für den Menschen ist ein Haustier oder ein gezähmtes Tier ein Wesen, für das er Verantwortung übernehmen muss.

Auch das Kuscheltier löst im Kind grundsätzlich die Annahme aus, sein Tier brauche seine Fürsorge und seinen Schutz. Viele Kinder gehen sehr sorgfältig, fürsorglich und verantwortungsvoll mit ihren Kuscheltieren um. Das Kind kann mit seinem Kuscheltier Verantwortung und Fürsorge üben und lernen.
Natürlich passiert hier in der Realität nichts, wenn das Kind sein Kuscheltier vernachlässigt. Deswegen entfällt bei Kuscheltieren natürlich auch die Chance, die von Erziehern in der Kind-Tier-Beziehung gesehen wird, dass nämlich das Kind im Umgang mit seinem Tier notwendig Regelmäßigkeit, Verantwortung und Pünktlichkeit  erlernt, weil der Schaden, den es sonst seinem Tier zufügt, deutlich für das Kind erkennbar ist.  Andererseits hat das aber den Vorteil , dass die Liebe zwischen Kind und Kuscheltier keiner elterlichen Hilfe und Kontrolle bedarf. Somit ist das Kuscheltier wirklich der erste selbständig gewählte Partner des Kindes und das Kind kann diese Beziehung auch aus eigener Kraft und in eigener Regie gestalten und durchhalten.

  • Die Liebe zu einem Tier gibt dem Kind die Möglichkeit, die Gefühle eines anderen Lebewesens  wahrzunehmen, sich in andere Lebenwesen und deren Erleben hineinzuversetzen, sie zu verstehen und mit ihnen zu empfinden. Da man letztlich mit einem Tier nur nonverbal kommunizieren kann, lernt man, die Körpersprache des Tieres zu deuten. Außerdem wird so der eigene Umgang mit Mimik, Gestik und Körpersprache geschult.
    Das alles gelingt aber nur, wenn eine Bindung zwischen Mensch und Tier besteht. Allein der Besitz eines Tieres bringt in dieser Hinsicht gar nichts.

Im Umgang mit seinem Kuscheltier übt und lernt das Kind das Hineindenken und Verstehen anderer Wesen und nonverbales Kommunizieren, auch wenn die Lebendigkeit seines Partners nur in seiner Phantasie existiert.  Die Beziehung eines Kindes zu seinem Kuscheltier ist geprägt von Empathie und Kommunikation.

Was hat ein Kuscheltier außerdem der Puppe voraus?

Warum sind Kuscheltiere meistens wirklich Tiere?

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2. Beobachtung:
Ein Tier darf in unserer Kultur - im Unterschied zum Menschen - ohne Weiteres berührt und gestreichelt werden, um ihm Zuneigung zu vermitteln. Einen Menschen, selbst ein fremdes Kind, wird man nicht so ohne Weiteres anfassen.
Bei Tieren kann man Gefühle zulassen. Das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Kontakt darf ausgelebt werden.

Das KuscheltTIER transportiert diese Aufforderung zum Anfassen und die Akzeptanz des berührt werden Wollens in hohem Maße. Bei Puppen ist es sicher auch erlaubt, zu streichen und zu schmusen. Aber beim KuscheltTIER kommt hinzu, dass es auf grund seiner kuscheligen, fellartigen Oberfläche und seiner rubusten Weichheit und Knautschbarkeit selber berührt, taktile Erlebnisse vermittelt, selber Zärtlichkeit schenkt.
Das aber kann eine Puppe nicht leisten, es sei denn, sie sieht z. B.aus wie der letztens vorgestellte “König”.

3. Beobachtung:

  • Ein Tier lässt nicht alles mit sich machen. Der Mensch kann ihm seinen Willen nicht aufzwingen. Ein Tier wird sich wehren, wenn ihm wehgetan wird oder wenn man von ihm etwas erwartet, was nicht seiner Natur entspricht. Der Mensch ist gezwungen, das Tier zu respektieren und seine Grenzen und Bedürfnisse zu akzeptieren.

Auch KuscheltTIERE, insbesonders große, starke und wehrhafte Arten, strahlen diese Autonomie aus und fordern für sich Respekt vom Kind. Natürlich kann ein Kind mit einen Kuscheltier theoretisch und auch praktisch alles anfangen, was ihm einfällt. Tatsächlich aber empfindet es  Respekt vor seinem Kuscheltier und dessen eigenem, fremden Wesen. Das Kind sieht sich gegenüber seinem Kuscheltier nicht in der Rolle des Beherrschers. Vielmehr wird das Kuscheltier mit seinen besonderen Fähigkeiten und Stärken als Ergänzung der eigenen Person gesehen. Kind und Kuscheltier gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein.
Eine Puppe dagegen ist immer der hilflosere Teil der Beziehung. Hier ist vom Kind gegenüber der Puppe zwar Verantwortung und Fürsorge aber kein Respekt gefordert für dessen Eigenheiten und Stärken.   Eine Puppe wird  i.d.R. vom Kind nicht als gleichberechtigter Partner angesehen.

Beobachtung 4:

  • Der Umgang mit einem Tier wirkt auf Menschen beruhigend und entspannend. So können Ängste und Aggressionen abgebaut werden. Anders als beim Umgang mit Menschen ist dieser Effekt in jedem Fall zu erwarten.

Kuscheltiere wirken in hohem Maße Angst reduzierend, entspannend und tröstend.

Warum sind Kuscheltiere eigentlich (meistens) Tiere?

Der jüngst hier vorgestellte König ist zweifellos eher eine Puppe, also die Abbildung einer menschlichen Gestalt. Er ist anschmiegsam und kuschelig und erfüllt somit dennoch alle Kriterien eines “Kuscheltieres”. Im Unterschied zum hartgestopften klassischen Teddy und zur klassischen Puppe ist er knuddelfähig, weich und seine Oberfläche fühlt sich an wie Fell.

Dennoch: Die meisten “Kuscheltiere” sind  Abbildungen von echten Tieren: in der Mehrzahl sind es die klassischen Haustiere. Aber auch alle Tiere, denen man im Zoo begegnen kann, gibt es als Kuscheltiere - bis hin zu Insekten und Vögeln.

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Paul mit Ele

Das heißt: nicht unbedingt die Menschenähnlichkeit ist typisch für das heute übliche “Kuscheltier” sondern die Tierähnlichkeit. Was bedeutet das?
Ist das vielleicht in Hinweis darauf, dass in unserer Gesellschaft Kinder z.B. zu wenig Kontakte und Erfahrungen mit echten Tieren machen können?
Oder muss das als eine Art Verarmung des kindlichen Spielens gesehen werden?
Es gibt m. E. gute Gründe, warum das Kuscheltier  meistens tatsächlich ein Tier ist.

1. Beobachtung:
Die Beziehung zwischen Mensch und Tier weist einige Besonderheiten auf, die es so in der zwischenmenschenlichen Kommunikation nicht gibt. Und gerade die sind attraktiv, für Kinder und auch für Erwachsene. Sie spielen bei der Rolle der KuschelTIERE für uns eine große Rolle.

  • Ein Tier reagiert ehrlich und ganz direkt auf den Menschen. Es orientiert sich nicht am sozial erwünschten Verhalten, es orientiert sich auch nicht an Normen. Es bewertet seine Menschen nicht.  Es ist authentisch. Es achtet weder auf die Kleidung, noch auf die Sprache, das Benehmen oder gute Noten. Es akzeptiert und liebt einen Menschen ganz so, wie er ist. Während ein Kind sich z.B. von anderen beurteilt sieht und vielleicht Ablehnung erfährt aufgrund bestimmter Verhaltensweisen oder Eigenschaften, von seinem Tier wird es bedingungslos geliebt.
  • Ein Tier ist ein Wesen, vor dem man sich nicht verstellen kann aber auch nicht verstellen muss. Ein Tier freut sich über seinen Menschen oder aber es zeigt offen, dass es dessen Verhalten nicht akzeptiert. Es hilft Menschen, selber authentisch, selber sie selber zu sein und sein zu dürfen, es hilft ihnen, ihre Gefühle und ihr Verhalten nicht zu unterdrücken.
  • Der Umgang mit Menschen ist vielleicht ab und an tiefer und wichtiger, aber er ist auch oft ambivalent und macht Angst. Tiere bleiben immer zuverlässig, sie sind treu in ihrer Zuneigung, sie sind da, wenn man sie braucht. Sie lassen Menschen nicht von sich aus allein. Sie bieten sicheren Schutz, sichere Zuneigung und Geborgenheit.
  • Das Tier hat immer Zeit. Es hört zu, es interessiert sich für seinen Menschen und damit für alles, was er ihm erzählt. Und es bewahrt alle Geheimnisse für sich. Wenn sein Mensch traurig ist, spürt es diese Traurigkeit und versucht zu trösten, wenn der Mensch sich freut, dann freut das Tier sich mit ihm.

Diese tierischen Eigenschaften und diese Besonderheiten der Tier-Mensch- und vielleicht auch ganz besonders der Tier-Kind-Beziehung  werden auf das KuschelTIER übertragen. Das Kind kann seinem Kuscheltier bedingungslos vertrauen, muss keine Angst haben, dass es im Stich gelassen, verletzt oder ausgelacht wird. Das Kind muss keine Angst haben, dass sein Spielkamerad es ablehnt, weil es vielleicht kleiner ist als andere Kinder oder schwächer, schüchterner oder weniger fix.

Das KuscheTIERE eignet sich daher zum echten Freund, zum strapazierfähigen Kumpel. Die Eigenschafte und Verhaltensweisen von Tieren werden beim Kuscheltier unterstellt und erlebt. Mit ihm sind viele Dinge möglich, die mit einer Puppe nicht denkbar sind.

was die Presse so wissen will… Folge V

5. Frage: Gibt es Unterschiede zwischen  Jungen und  Mädchen  im Umgang mit Kuscheltieren?

Das ist  einer der faszinierenden Momente am Phänomen Kuscheltier:

Für Jungen ist dieses Thema genauso wichtig wie für Mädchen.

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 Mädchen spielen vielleicht etwas öfter mit ihren Kuscheltieren typische Mutter-Kind-Rollenspiele als Jungen. Aber die Tendenz, das Kuscheltier als Freund und gleichzeitig als ein Wesen zu betrachten, dem man Respekt, Zärtlichkeit, Fürsorge  und Verantwortungsgefühl entgegenbringen muss, ist bei beiden Geschlechtern vorhanden und ich sehe da keinen Unterschied. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sogar die “ganz große Liebe” zu einem Kuscheltier öfter bei Jungen vorkommt als bei Mädchen.

 Dem Kuscheltier gegenüber Fürsorge und Zärtlichkeit zu zeigen, scheint auch gesellschaftlich für Jungen erlaubt und respektiert zu werden. Kindergartenkinder sowieso, aber auch unsere Grundschulkinder hatten weder vor den erwachsenen InterviewerInnen noch vor ihren gleichaltrigen Kameraden irgendwelche Hemmungen, sich zu ihren Kuscheltieren zu bekennen und ihre Beziehungen und Gefühle zu ihnen zu outen. Das hat uns selber überrascht.

Ganz anders ist der Umgang mit Puppen. Bei Mädchen kommen die Kuscheltiere zwar heute auch vor den Puppen, aber für Mädchen gibt es nach wie vor das Puppenspiel. Für Jungen aber sind Puppen auch heute ein völliges Tabu. Ein 5jähriger Junge teilte uns als großes Geheimnis mit, dass er manchmal heimlich  mit den Puppen der Cousine spielt. Hierfür gibt es offenbar keine gesellschaftliche Akzeptanz und hier gibt es in der Regel offenbar auch kein wirklich großes Interesse bei Jungen.

Im Kuscheltier aber sehe ich eine riesige Chance, dass Jungen lernen, fürsorglich und zärtlich mit anderen Wesen umzugehen. Hier werden die Voraussetzung für die neuen Väter gelegt und vielleicht auch für Männer, die Gefühle zeigen können und es nicht nötig haben, sich ihre Identität über Härte, Kälte und Machtgebahren zu erhalten.

was die Presse so wissen will… Folge IV

4.      Das Angebot an niedlichen Kuscheltieren ist in fast jedem Kinderzimmer groß, aber manchmal wählt ein Kind ein für uns Erwachsene sehr seltsames Exemplar – nach welchen Kriterien gehen Kinder da vor?

 Kuscheltiere sind meist die erste selbst gewählte und selbst behauptete Beziehung in der Biographie von Kindern. Sie sind oft richtige Persönlichkeiten mit Vorlieben und Eigenschaften. Ihre Individualität ist dem Kind wichtig. Und es sind Freunde, Freunde schickt man nicht weg, wenn sie Pickel bekommen oder einen Schnupfen haben. Zu Freunden hält man, auch wenn es ihnen schlecht geht.

In meinen Untersuchungen wurde immer wieder deutlich, dass Kinder ihre Lieblingskuscheltiere nicht nach Schönheit, Preis oder Marke aussuchen.

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 Selbst noch bei Grundschulkindern zeigte sich, dass das Kuscheltier für ein Kind kein Prestigeobjekt ist, mit dem es angeben kann und will. Das einzige Kriterium, das immer wieder genannt wird, wenn man fragt, warum gerade dieses Kuscheltier der Liebling ist: Es muss weich sein und anschmiegsam. Manche Kinder sehen es ihren Kuscheltieren in den Augen an, ob sie es lieben wollen und ob es sie liebt. Und dann spielt der Rest keine große Rolle.
Obwohl wir einer Schwemme an Kuscheltieren und Kuscheltier ähnlichen Objekten ausgesetzt sind, die Kinder werden mit diesem Problem leicht fertig. Sie sind sehr wohl in der Lage, aus der Fülle das besondere, nämlich „ihr“ Kuscheltier zu wählen und ihm treu zu bleiben: für 3 lange Tage, für Wochen, Monate, manchmal eine ganze Kindheit lang und ein Leben dazu.

Die Beziehung zum Kuscheltier scheint weitgehend frei von den Merkmalen unseres antrainierten Konsumverhaltens, das sich durch Modetrends, durch Markenkäufe, durch das ständige Veralten des gestern Gekauften, durch das Bedürfnis nach Mehr, nach Neuem, nach sozial Anerkanntem und Beneidetem ausrichtet. Die Beziehung zum Kuscheltier ist eine echte Beziehung. Vielleicht ist sie deshalb gerade heute so wichtig und vielleicht liegt genau darin der Reiz der Kuschels.

 

was die Presse so wissen will… Folge III

3.      Kuscheltiere sind meist ziemlich verschlissen und schmuddelig, werden überall herumgezogen.  Da könnte man sie doch einfach ungefragt waschen oder sogar austauschen. Oder?

Kein Kind ist bereit, ein Kuscheltier einfach wegzuwerfen, wenn es alt, kaputt oder nicht mehr so wichtig ist. Eltern, die Kuscheltiere austauschen oder weggeben, machen sich bei ihren Kindern unbeliebt. Eher werden Eltern sich in der Situation wieder finden, ein verloren gegangenes oder verlegtes Kuscheltier stundenlang zu suchen, heimlich Ersatzexemplare bereit zu halten und weite Wege zurückzulegen, weil das Kuscheltier im Kindergarten oder bei der Oma versehentlich zurückgelassen wurde.

Das Waschen des Kuscheltieres liegt ausschließlich im Interesse der Eltern und wird von Kindern nur mit Vorbehalt toleriert. Sie sitzen besorgt vor den Waschmaschinen und verfolgen den Leidensweg ihrer Lieblinge. Und wenn der Teddy an den Ohren an der Wäscheleine aufgehängt wird, gibt es heftigen Protest.

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Am besten bezieht man das Kind in die Waschpläne ein und sucht mit ihm zusammen einen schonenden Weg für diesen schwierigen Prozess.

Auch wenn die Kinder älter sind und natürlich wissen, dass ein Kuscheltier nichts ist als ein Stück Fell mit Füllung, auch dann haben sie Hemmungen, mit einem Kuscheltier wie mit einer ausgedienten Sache umzugehen. Kuscheltiere sind für Kinder Lebewesen.

 

was die Presse so wissen will… Folge 2

2.      Manche Kinder interessieren sich nie für Kuscheltiere oder Schmusekissen, andere können ohne kaum leben. Steht das Kuscheltier dann eventuell für fehlende menschliche Wärme?

 Warum einige wenige Kinder den Kuscheltieren gar nichts abgewinnen können, ist bisher noch ein Geheimnis. Ganz sicher aber steht das Kuscheltier nicht für irgendein persönliches Defizit oder eine Mangellage.

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In meinen Untersuchungen zeigten sich keinerlei Unterschiede bei Kindern aus so genannten vollständigen Familien und Familien mit nur einem Elternteil, bei Kindern mit Geschwistern und Einzelkindern, bei Kindern mit berufstätigen Müttern und Müttern, die zu Hause sind. Das Kuscheltier hat viele Funktionen und Einsatzmöglichkeiten, es hat das Zeug zum Partner in Freud und Leid. Wenn es dem Kind gut geht, so teilt es seine Freude und Lebenslust mit seinem Freund. Gleichzeitig ist das Kuscheltier aber auch ein echter Krisenhelfer und Tröster. Kinder, die in ihrem Leben Einschnitte und Krisen erleben müssen, bekommen von ihren Kuscheltieren Hilfe und Halt.

Gedanken könnte man sich aber durchaus darüber machen, warum in unserer Zeit, in der alles schnell und schneller gehen muss, in der zunehmend Unsicherheiten bestehen und hohe und immer größere Flexibilität gefordert ist, warum gerade in den letzten 20, 30 Jahren so eine „Kuscheltierschwemme“ über unsere Kinderzimmer hereingebrochen ist. Hierzu nur zwei Anmerkungen:
Zum einen sind es vor allem die Eltern, Großeltern und Tanten, die Kuscheltiere schenken. Vielleicht sehen sie in diesen Wesen selber etwas Beruhigendes, Sicheres, nach dem sie sich sehnen und dass sie für ihre Kinder erreichen wollen.
Und auch Kinder brauchen vielleicht in einer Welt, in der man schon in der ersten Klasse dem Druck ausgesetzt wird, ob man später einmal das Abitur schaffen wird, ganz für sich alleine einen weichen, zärtlichen Freund, der mit ihnen durch Dick und Dünn geht und auf den Verlass ist und der immer zu einem hält.

 

was die Presse so wissen will….

Für eine Journalistin habe ich eine Reihe von Fragen beantwortet.

Ich stelle meine Antworten hier ein, damit noch mehr Leute was davon haben.

Folge 1

 1.       Welche Bedeutung können Kuscheltiere Ihrer Erfahrung nach für Kinder haben?

Nur für einen kleineren Teil der Kinder haben Kuscheltiere keine andere Bedeutung als irgendein anderes Spielzeug auch. Für die meisten Kinder spielen die Kuscheltiere - manchmal sind es auch zwei oder drei besondere Lieblinge - eine große Rolle.

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Paul mit Ele

Sie schätzen und brauchen ihre Kuscheltiere im Alltag: zum Einschlafen, zum Schmusen und Kuscheln. Viele trösten sich mit dem Kuscheltier, viele sehen im Kuscheltier einen Freund, dem man Geheimnisse und Erlebnisse erzählen kann. Die meisten Kinder spielen mit ihren Kuscheltieren Rollenspiele, in manchen Familien nehmen die Lieblingskuschels der Kinder sogar am Abendessen teil. So richtig interessant werden Kuscheltiere erst für Kinder ab 2 Jahren, das steigert sich im Vorschulalter und auch für GrundschülerInnen hält diese Bedeutung ungebrochen an.

Bei einer kleinen Gruppe ist die Beziehung zu ihrem Lieblingskuscheltier sogar lebenswichtig: Es ist die ganz große Liebe und man hat den Eindruck, dass hier wirklich heftige Gefühle im Spiel sind.

Kuscheltiere sind für die Kinder mehr als ein normales Spielzeug: Sie sind Personen mit Namen und Charakter, sie sind Wesen, die fühlen und denken können. Sie sind einerseits Identifikationsobjekte und andererseits Partner. Sie geben Zärtlichkeit und empfangen Zärtlichkeit. Wo sie sind, ist das Kind sicher und fühlt sich zu Hause. Wenn es zur Oma geht oder auf Klassenfahrt: das Lieblingskuscheltier muss mit.

 


Kind-Kuscheltier-Eltern - eine Dreiecksbeziehung?

Ergebnisse aus unseren Elterninterviews:

Wie sieht das Beziehungsgefüge Kind-Kuscheltier-Eltern aus?

Teilt das Kind  sein Kuscheltier mit den Eltern? Bezieht es die Eltern mit ein? Fühlen Eltern sich  für die Kuscheltiere ihrer Kinder zuständig? Mögen sie sie? Was sind Kuscheltiere in den Augen der Eltern: Spielgefährten ihrer Kinder, Familienmitglieder oder nur Dreckfänger?


 

Dieses Thema kann in verschiedenen Aspekten beantwortet werden:

Welche Funktionen haben die Eltern im Bezug auf die Kuscheltiere aus Sicht ihrer Kinder

  • Kuscheltiere müssen von den Eltern repariert werden.
  • Kuscheltiere dürfen nicht gefährdet oder gar weggeworfen werden.
  • Eltern passen auf Kuscheltier auf.
  • Eltern müssen Kuscheltier ggf. suchen (Einschlafen).
  • Wenn das Kuscheltier nicht da ist, muss Mama das Kuscheltier ersetzen.

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Wie sehen die Eltern ihre eigene Funktion im Bezug auf die Kuscheltiere ?

  • Sie müssen dafür sorgen, dass es hygienisch bleibt, müssen es waschen, müssen darauf achten, dass das Kuscheltier keinen Dreck ins Bett bringt.
  • Sie müssen den Ersatz sichern, falls das Kuscheltier verloren geht.
  • Sie versuchen dem Verlust des Kuscheltieres und dem darauf folgenden Terror oft schon vorzubeugen, indem sie präventiv Ersatz kaufen.  

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Welche Haltungen haben Eltern gegenüber den Kuscheltieren ihrer Kinder?

  • Die meisten Eltern stehen dazu, finden es o.k. und normal, dass ihr Kind Kuscheltiere hat. Viele finden es auch wichtig. Das Kuscheltier gehört einfach zur Kindheit, so finden es die meisten.
  • Sie respektieren die besondere Kind-Kuscheltier Beziehung und damit das Kuscheltier.
  • Die meisten freuen sich über die Kind-Kuscheltier-Beziehung. Eine Mutter meinte, soie fände es schön, ihr Kind mit seinem Kuscheltier so glücklich zu sehen.
  • Eltern sehen in den Kuscheltieren ihrer Kinder vor allem Einschafhilfen aber auch Tröster, als Wesen, die ihrem Kind Geborgenheit geben können, ihnen Ängste nehmen und ihnen Wärme geben. Das Kuscheltier wird oft als Freund oder Ansprechpartner des Kindes bezeichnet.
  • Manche betrachten das Kuscheltier als Familienmitglied, z.B. als 2. Kind.
  • Es gibt Fälle, in denen sehen die Eltern die Kind-Kuscheltier Beziehung als „heilig“ an. Sie sind nicht darin eingeschlossen und respektieren das.
  • Eltern bemerken immer wieder, dass sie  nicht immerzu mit ihren Kindern kuscheln können oder dass sie froh sind, dass ihr Kind jemanden hat, der es immer trösten kann, auch dann, wenn die Eltern gerade nicht da sind. Sie sind froh, dass ihr Kind außer ihnen auch noch einen anderen Ansprechpartner und Halt hat.
  • Eltern empfinden die Kuscheltierbeziehung als hilfereich für die Entwicklung ihres Kindes: Der Umgang mit dem Kuscheltier fördere die Phantasie, schule das Einfühlungsvermögen, bringe den Sohn dazu, die Vaterrolle zu erlernen, fördere soziales Verhalten und die Fähigkeit zu freundschaftlichem Umgang sowie die Fähigkeit, sich trotz der Überfülle für eine konkrete Beziehung entscheiden zu können.
  • Manche Eltern kuscheln selber mit den Kuscheltieren ihrer Kinder und reden mit ihnen (ohne Beisein der Kinder), haben sie lieb.
  • Manche sind froh, dass die Beziehung nicht so extrem ist.
  • Eine Reihe von Eltern Eltern empfindet die Kuscheltierfülle als Überangebot.
  • Ab und an ist es für Eltern ein Problem, dass sie die Kuscheltier nicht so einfach entsorgen können.

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 Beziehen die Kinder ihre Eltern in den Umgang mit dem Kuscheltier ein?

  • Öfter schenken Kinder ihren Eltern ein Kuscheltier, versuchen sie mit Kuscheltieren zu trösten oder leihen ihnen ein Kuscheltier fürs Bett.
  • Viele Kind ist daran interessiert, dass Eltern das Kuscheltier auch lieb haben.
  • Die meisten Kinder Kinder holen Eltern in ihr Spiel mit dem Kuscheltier hinein.
  • Etliche Kinder spielen Rollenspiele mit Kuscheltier und Eltern.
  • Oft dürfen Eltern als Kuscheltier sprechen und dieses bewegen.
  • Für einige wenige Kinder haben die Eltern in ihrer Kuscheltier-Beziehung nichts zu suchen.

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Werden die Kuscheltiere in den Familienalltag eingebunden?

  • Es gibt offenbar Familienunternehmungen und Familienrituale, an denen die Kuscheltiere im gemeinsamen Einvernehmen von Kuscheltier-BesitzerIn und Eltern teilnehmen. Dazu gehören vor allem Urlaubsreisen und längere Autofahrten.
  • Häufig sind Abendrituale mit den Kuscheltieren, bei denen Geschichten vorgelesen, Lieder gesungen und allen ausführlich Gute Nacht gesagt wird.
  • In etlichen Familien gibt es gemeinsame Rollenspiele, bei denen die Kuscheltiere Rollen übernehmen.
  • In einigen Familien nehmen die Kuscheltiere auch an Mahlzeiten teil.
  • Nur selten aber werden die Kuscheltiere außerhalb der Kinderzimmer aufbewahrt und haben etwa ihrenPlatz auf dem Wohnzimmersofa oder in der Küche auf der Fensterbank.

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Zusammengefasst :
In den meisten Fällen werden die Kuscheltiere  auch von den Eltern respektiert und in Teile des Tagesablaufes einbezogen. Die meisten Eltern stehen den Kuscheltieren positiv gegenüber.  Kinder erwarten von den Eltern, dass diese das Kuscheltier beachten und seine Bedeutung respektieren. Die meisten Kinder sind daran interessiert, dass die Eltern ihre Kuscheltiere auch liebhaben. Nur wenige Kidner betrachten ihre Kuscheltiere als Wesen, die exklusiv nur zu ihnen Kontakt haben sollen.

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