für Eric, den Vater aller Kuscheltiere

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Eric ist 13 Jahre alt. Eric hat  eine ganze Reihe Kuscheltiere, den Kuschel natürlich, den Tiger, den Elch und viele andere. Alle liebt er, alle haben es gut bei ihm. Wenn er manchmal mit ansehen muss, wie seine Freunde nachlässig und unsanft mit ihren Kuscheltieren umgehen, bedrückt ihn das. Am liebsten würde er zu ihnen sagen: „Gebt sie doch alle mir, bei mir haben sie es besser“.

Eines Tages im Frühherbst sah Eric hinten im Hof  des Häuserblocks auf einer Bank einsam und verlassen ein braun-rotes Kuscheltier sitzen. Der Kuschelthund war wohl von irgendeinem Kind vergessen worden. Die Mutter konnte Eric nur mit viel Überzeugungskraft davon abhalten, den Stoffhund herein zu holen und sich um das Findelkind zu kümmern. „Den hat ein Kind vergessen und sobald es das merkt, wird es kommen, um seinen Hund wieder abzuholen!“, versicherte die Mutter.

Es geschah aber nichts. Schließlich willigte die Mutter ein, dass Eric den Plüschhund nach Hause holen könnte, wenn das Kuscheltier auch am übernächsten Abend noch immer da sitzen und warten würde.

Eric hielt es kaum aus. Stundenlang beobachtete er am Nachmittag nach der Schule die Bank im Hof. Es kam niemand. Der Hund saß traurig da. Eric konnte es kaum mitansehen.
Endlich, am zweiten Abend durfte er hingehen und den Kleinen in sein neues zu Hause holen. Dort wird er jetzt genauso geliebt wie alle die anderen.

Der König

diese Geschichte schrieb mir meine Leserin Anika G.:

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Ich liebe Kuscheltiere und habe es immer getan.
Im Oktober 2007 habe ich mein absolutes Wunsch und Wunderkind Nuno geboren. Vor vielen Jahren habe ich von meiner Frauenärztin erfahren, dass ich durch einen genetischen Defekt nicht schwanger werden kann. Mit meiner großen Liebe und meinem jetzigen Freund wurde ich es wie durch ein Wunder doch. Und dieses Wunder sollte natürlich gut aufwachsen und glücklich sein. Ich informierte mich über Schwangerschaften und Kleinkinder, um bestens vorbereitet zu sein und ja alles richtig zu machen. Unter anderem wußte ich aus Zeitungen, dass es für Kinder besonders wichtig ist, ein Schmusetier oder Stofftier zu haben, um besser in den Kindergarten gehen zu können oder als Tröster. Ich habe die schönsten und niedlichsten Tiere gekauft. Und ich dachte, ich sei nun bestens vorbereitet.
Dann, am 22.10.2007 kam Nuno mit 4455 gr auf die Welt und neben seinem Krankenhausbett lag das erste, teure Schmusetuch bereit. Aber Nuno mochte keines seiner Stofftiere. Und Schmusetücher waren einfach „doof“. Ich war verzweifelt. Er brauchte doch einen Begleiter!

Nach etwa drei Monaten hatte ich meinen ersten freien Abend mit meinem Freund und war vorher noch schnell bei Kaufland was einkaufen. Ich schlenderte so durch die Reihen und sah zufällig in der Spielzeugabteilung ein schrilles, rosa farbendes Schmusetuch. Es hatte einen Königskopf und rasselt ein wenig. ‚Rosa‘, dachte ich. ‚Warum nicht? Dann bekommst du als Junge eben ein rosa Schmusetuch‘.
Ich fand dieses Tuch eigentlich ziemlich häßlich. Aber 3,99 € war nicht viel Geld und so ging ich damit zur Kasse. Dass dieses Schmusetuch so wertvoll werden würde für unsere ganze Familie, ahnte ich in diesem Moment natürlich nicht.
Am nächsten Tag zeigte ich meinem Nuno dieses Tuch und zu meiner Überraschung  juchzte er vor Begeisterung. Ich legte es ihm auf dem Bauch und er quietschte und freute sich. Seit dem sind die beiden unzertrennlich.

nuno-und-konig-7.JPG Ich ging eine Woche später noch mal zu Kaufland und kaufte den König gleich noch einmal. Man kann ja nie wissen.
Ein dreiviertel Jahr war der erste König bei uns. Er war mit im Urlaub, im Krankenhaus und ohne ihn einzuschlafen, war für Nuno undenkbar. Als er verloren ging, habe ich,  die Mama, sehr geweint und mir große Vorwürfe gemacht. Ich habe Flugblätter gemalt und in der ganzen Potsdamer Stadt aufgehängt, leider ohne Erfolg.
Da habe ich schließlich den Ersatzkönig  herausgeholt, ordentlich in Sand und Dreck gewälzt und meinem Sohn als den alten, wiedergefundenen König präsentiert. Zum Glück hat es geklappt!

Mein Nuno liebt seinen Schmusekönig. Der ist heute der tapferer Begleiter im Kindergarten. Nuno ist jetzt zweieinhalb und alle unsere Freunde kennen den König und  wissen genau, wie wichtig er für Nuno ist. Nuno und der König reden im Bett miteinander und Nuno kann seit zwei Monaten auch „König“ sagen. Ich bin glücklich, dass mein Sohn so einen treuen Freund hat. Und in seinem Zimmer sitzen noch fünf Ersatzfreunde vom König, die alle mal zum Kaffee vorbei kommen, falls der Liebste in die Waschmaschine zum Karussell Fahren muß.

Und wenn ich abends im Bett liege, dann höre ich  manchmal die Rassel vom König. Dann weiß ich, dass es meinem Schatz gut geht und er nur ordentlich seinen König gedrückt hat.

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was die Presse so wissen will… Folge V

5. Frage: Gibt es Unterschiede zwischen  Jungen und  Mädchen  im Umgang mit Kuscheltieren?

Das ist  einer der faszinierenden Momente am Phänomen Kuscheltier:

Für Jungen ist dieses Thema genauso wichtig wie für Mädchen.

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 Mädchen spielen vielleicht etwas öfter mit ihren Kuscheltieren typische Mutter-Kind-Rollenspiele als Jungen. Aber die Tendenz, das Kuscheltier als Freund und gleichzeitig als ein Wesen zu betrachten, dem man Respekt, Zärtlichkeit, Fürsorge  und Verantwortungsgefühl entgegenbringen muss, ist bei beiden Geschlechtern vorhanden und ich sehe da keinen Unterschied. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sogar die „ganz große Liebe“ zu einem Kuscheltier öfter bei Jungen vorkommt als bei Mädchen.

 Dem Kuscheltier gegenüber Fürsorge und Zärtlichkeit zu zeigen, scheint auch gesellschaftlich für Jungen erlaubt und respektiert zu werden. Kindergartenkinder sowieso, aber auch unsere Grundschulkinder hatten weder vor den erwachsenen InterviewerInnen noch vor ihren gleichaltrigen Kameraden irgendwelche Hemmungen, sich zu ihren Kuscheltieren zu bekennen und ihre Beziehungen und Gefühle zu ihnen zu outen. Das hat uns selber überrascht.

Ganz anders ist der Umgang mit Puppen. Bei Mädchen kommen die Kuscheltiere zwar heute auch vor den Puppen, aber für Mädchen gibt es nach wie vor das Puppenspiel. Für Jungen aber sind Puppen auch heute ein völliges Tabu. Ein 5jähriger Junge teilte uns als großes Geheimnis mit, dass er manchmal heimlich  mit den Puppen der Cousine spielt. Hierfür gibt es offenbar keine gesellschaftliche Akzeptanz und hier gibt es in der Regel offenbar auch kein wirklich großes Interesse bei Jungen.

Im Kuscheltier aber sehe ich eine riesige Chance, dass Jungen lernen, fürsorglich und zärtlich mit anderen Wesen umzugehen. Hier werden die Voraussetzung für die neuen Väter gelegt und vielleicht auch für Männer, die Gefühle zeigen können und es nicht nötig haben, sich ihre Identität über Härte, Kälte und Machtgebahren zu erhalten.

was die Presse so wissen will… Folge IV

4.      Das Angebot an niedlichen Kuscheltieren ist in fast jedem Kinderzimmer groß, aber manchmal wählt ein Kind ein für uns Erwachsene sehr seltsames Exemplar – nach welchen Kriterien gehen Kinder da vor?

 Kuscheltiere sind meist die erste selbst gewählte und selbst behauptete Beziehung in der Biographie von Kindern. Sie sind oft richtige Persönlichkeiten mit Vorlieben und Eigenschaften. Ihre Individualität ist dem Kind wichtig. Und es sind Freunde, Freunde schickt man nicht weg, wenn sie Pickel bekommen oder einen Schnupfen haben. Zu Freunden hält man, auch wenn es ihnen schlecht geht.

In meinen Untersuchungen wurde immer wieder deutlich, dass Kinder ihre Lieblingskuscheltiere nicht nach Schönheit, Preis oder Marke aussuchen.

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 Selbst noch bei Grundschulkindern zeigte sich, dass das Kuscheltier für ein Kind kein Prestigeobjekt ist, mit dem es angeben kann und will. Das einzige Kriterium, das immer wieder genannt wird, wenn man fragt, warum gerade dieses Kuscheltier der Liebling ist: Es muss weich sein und anschmiegsam. Manche Kinder sehen es ihren Kuscheltieren in den Augen an, ob sie es lieben wollen und ob es sie liebt. Und dann spielt der Rest keine große Rolle.
Obwohl wir einer Schwemme an Kuscheltieren und Kuscheltier ähnlichen Objekten ausgesetzt sind, die Kinder werden mit diesem Problem leicht fertig. Sie sind sehr wohl in der Lage, aus der Fülle das besondere, nämlich „ihr“ Kuscheltier zu wählen und ihm treu zu bleiben: für 3 lange Tage, für Wochen, Monate, manchmal eine ganze Kindheit lang und ein Leben dazu.

Die Beziehung zum Kuscheltier scheint weitgehend frei von den Merkmalen unseres antrainierten Konsumverhaltens, das sich durch Modetrends, durch Markenkäufe, durch das ständige Veralten des gestern Gekauften, durch das Bedürfnis nach Mehr, nach Neuem, nach sozial Anerkanntem und Beneidetem ausrichtet. Die Beziehung zum Kuscheltier ist eine echte Beziehung. Vielleicht ist sie deshalb gerade heute so wichtig und vielleicht liegt genau darin der Reiz der Kuschels.

 

was die Presse so wissen will… Folge III

3.      Kuscheltiere sind meist ziemlich verschlissen und schmuddelig, werden überall herumgezogen.  Da könnte man sie doch einfach ungefragt waschen oder sogar austauschen. Oder?

Kein Kind ist bereit, ein Kuscheltier einfach wegzuwerfen, wenn es alt, kaputt oder nicht mehr so wichtig ist. Eltern, die Kuscheltiere austauschen oder weggeben, machen sich bei ihren Kindern unbeliebt. Eher werden Eltern sich in der Situation wieder finden, ein verloren gegangenes oder verlegtes Kuscheltier stundenlang zu suchen, heimlich Ersatzexemplare bereit zu halten und weite Wege zurückzulegen, weil das Kuscheltier im Kindergarten oder bei der Oma versehentlich zurückgelassen wurde.

Das Waschen des Kuscheltieres liegt ausschließlich im Interesse der Eltern und wird von Kindern nur mit Vorbehalt toleriert. Sie sitzen besorgt vor den Waschmaschinen und verfolgen den Leidensweg ihrer Lieblinge. Und wenn der Teddy an den Ohren an der Wäscheleine aufgehängt wird, gibt es heftigen Protest.

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Am besten bezieht man das Kind in die Waschpläne ein und sucht mit ihm zusammen einen schonenden Weg für diesen schwierigen Prozess.

Auch wenn die Kinder älter sind und natürlich wissen, dass ein Kuscheltier nichts ist als ein Stück Fell mit Füllung, auch dann haben sie Hemmungen, mit einem Kuscheltier wie mit einer ausgedienten Sache umzugehen. Kuscheltiere sind für Kinder Lebewesen.

 

was die Presse so wissen will… Folge 2

2.      Manche Kinder interessieren sich nie für Kuscheltiere oder Schmusekissen, andere können ohne kaum leben. Steht das Kuscheltier dann eventuell für fehlende menschliche Wärme?

 Warum einige wenige Kinder den Kuscheltieren gar nichts abgewinnen können, ist bisher noch ein Geheimnis. Ganz sicher aber steht das Kuscheltier nicht für irgendein persönliches Defizit oder eine Mangellage.

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In meinen Untersuchungen zeigten sich keinerlei Unterschiede bei Kindern aus so genannten vollständigen Familien und Familien mit nur einem Elternteil, bei Kindern mit Geschwistern und Einzelkindern, bei Kindern mit berufstätigen Müttern und Müttern, die zu Hause sind. Das Kuscheltier hat viele Funktionen und Einsatzmöglichkeiten, es hat das Zeug zum Partner in Freud und Leid. Wenn es dem Kind gut geht, so teilt es seine Freude und Lebenslust mit seinem Freund. Gleichzeitig ist das Kuscheltier aber auch ein echter Krisenhelfer und Tröster. Kinder, die in ihrem Leben Einschnitte und Krisen erleben müssen, bekommen von ihren Kuscheltieren Hilfe und Halt.

Gedanken könnte man sich aber durchaus darüber machen, warum in unserer Zeit, in der alles schnell und schneller gehen muss, in der zunehmend Unsicherheiten bestehen und hohe und immer größere Flexibilität gefordert ist, warum gerade in den letzten 20, 30 Jahren so eine „Kuscheltierschwemme“ über unsere Kinderzimmer hereingebrochen ist. Hierzu nur zwei Anmerkungen:
Zum einen sind es vor allem die Eltern, Großeltern und Tanten, die Kuscheltiere schenken. Vielleicht sehen sie in diesen Wesen selber etwas Beruhigendes, Sicheres, nach dem sie sich sehnen und dass sie für ihre Kinder erreichen wollen.
Und auch Kinder brauchen vielleicht in einer Welt, in der man schon in der ersten Klasse dem Druck ausgesetzt wird, ob man später einmal das Abitur schaffen wird, ganz für sich alleine einen weichen, zärtlichen Freund, der mit ihnen durch Dick und Dünn geht und auf den Verlass ist und der immer zu einem hält.

 

was die Presse so wissen will….

Für eine Journalistin habe ich eine Reihe von Fragen beantwortet.

Ich stelle meine Antworten hier ein, damit noch mehr Leute was davon haben.

Folge 1

 1.       Welche Bedeutung können Kuscheltiere Ihrer Erfahrung nach für Kinder haben?

Nur für einen kleineren Teil der Kinder haben Kuscheltiere keine andere Bedeutung als irgendein anderes Spielzeug auch. Für die meisten Kinder spielen die Kuscheltiere – manchmal sind es auch zwei oder drei besondere Lieblinge – eine große Rolle.

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Paul mit Ele

Sie schätzen und brauchen ihre Kuscheltiere im Alltag: zum Einschlafen, zum Schmusen und Kuscheln. Viele trösten sich mit dem Kuscheltier, viele sehen im Kuscheltier einen Freund, dem man Geheimnisse und Erlebnisse erzählen kann. Die meisten Kinder spielen mit ihren Kuscheltieren Rollenspiele, in manchen Familien nehmen die Lieblingskuschels der Kinder sogar am Abendessen teil. So richtig interessant werden Kuscheltiere erst für Kinder ab 2 Jahren, das steigert sich im Vorschulalter und auch für GrundschülerInnen hält diese Bedeutung ungebrochen an.

Bei einer kleinen Gruppe ist die Beziehung zu ihrem Lieblingskuscheltier sogar lebenswichtig: Es ist die ganz große Liebe und man hat den Eindruck, dass hier wirklich heftige Gefühle im Spiel sind.

Kuscheltiere sind für die Kinder mehr als ein normales Spielzeug: Sie sind Personen mit Namen und Charakter, sie sind Wesen, die fühlen und denken können. Sie sind einerseits Identifikationsobjekte und andererseits Partner. Sie geben Zärtlichkeit und empfangen Zärtlichkeit. Wo sie sind, ist das Kind sicher und fühlt sich zu Hause. Wenn es zur Oma geht oder auf Klassenfahrt: das Lieblingskuscheltier muss mit.

 


Trost für Mama

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Geschichte aus unseren Elterninteviews
Folge XIX

Im Bett von Frau M. sitzt ein kleines abgegriffenes Kaninchen. Wie ist das da hingekommen?

Es ist nicht ihr altes Kuscheltier. Sie hatte auch welche, aber die sitzen heute an sicherem Ort auf einem Regal in ihrem Zimmer. Sie braucht sie nicht mehr, aber sie weiß genau, wo sie sind.

Wer ist also der kleine Bettpartner?

Das Kaninchen kam eines Abends sozusagen von alleine in ihr Bett und wird dort wohl noch sehr lange bleiben. Es ist ein Geschenk ihrer kleinen Tochter, ein Trostgeschenk sozusagen.
Es war eine Zeit, in der es ihr ziemlich schlecht ging. Sie hatte sich von ihrem Partner getrennt und das Leben fiel ihr sehr schwer. Das wusste die damals 7jährige Katrin auch.
Und eines abends fand Frau M. dann dieses kleines Kuschelwesen in ihrem Bett, mit einem kleinen Zettel dran: „das Kanienchen sol dich trösden“ .
Seit dem darf es bleiben und wird heißgeliebt. Von Frau M.

Kind-Kuscheltier-Eltern – eine Dreiecksbeziehung?

Ergebnisse aus unseren Elterninterviews:

Wie sieht das Beziehungsgefüge Kind-Kuscheltier-Eltern aus?

Teilt das Kind  sein Kuscheltier mit den Eltern? Bezieht es die Eltern mit ein? Fühlen Eltern sich  für die Kuscheltiere ihrer Kinder zuständig? Mögen sie sie? Was sind Kuscheltiere in den Augen der Eltern: Spielgefährten ihrer Kinder, Familienmitglieder oder nur Dreckfänger?

 

Dieses Thema kann in verschiedenen Aspekten beantwortet werden:

Welche Funktionen haben die Eltern im Bezug auf die Kuscheltiere aus Sicht ihrer Kinder

  • Kuscheltiere müssen von den Eltern repariert werden.
  • Kuscheltiere dürfen nicht gefährdet oder gar weggeworfen werden.
  • Eltern passen auf Kuscheltier auf.
  • Eltern müssen Kuscheltier ggf. suchen (Einschlafen).
  • Wenn das Kuscheltier nicht da ist, muss Mama das Kuscheltier ersetzen.

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Wie sehen die Eltern ihre eigene Funktion im Bezug auf die Kuscheltiere ?

  • Sie müssen dafür sorgen, dass es hygienisch bleibt, müssen es waschen, müssen darauf achten, dass das Kuscheltier keinen Dreck ins Bett bringt.
  • Sie müssen den Ersatz sichern, falls das Kuscheltier verloren geht.
  • Sie versuchen dem Verlust des Kuscheltieres und dem darauf folgenden Terror oft schon vorzubeugen, indem sie präventiv Ersatz kaufen.  

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Welche Haltungen haben Eltern gegenüber den Kuscheltieren ihrer Kinder?

  • Die meisten Eltern stehen dazu, finden es o.k. und normal, dass ihr Kind Kuscheltiere hat. Viele finden es auch wichtig. Das Kuscheltier gehört einfach zur Kindheit, so finden es die meisten.
  • Sie respektieren die besondere Kind-Kuscheltier Beziehung und damit das Kuscheltier.
  • Die meisten freuen sich über die Kind-Kuscheltier-Beziehung. Eine Mutter meinte, soie fände es schön, ihr Kind mit seinem Kuscheltier so glücklich zu sehen.
  • Eltern sehen in den Kuscheltieren ihrer Kinder vor allem Einschafhilfen aber auch Tröster, als Wesen, die ihrem Kind Geborgenheit geben können, ihnen Ängste nehmen und ihnen Wärme geben. Das Kuscheltier wird oft als Freund oder Ansprechpartner des Kindes bezeichnet.
  • Manche betrachten das Kuscheltier als Familienmitglied, z.B. als 2. Kind.
  • Es gibt Fälle, in denen sehen die Eltern die Kind-Kuscheltier Beziehung als „heilig“ an. Sie sind nicht darin eingeschlossen und respektieren das.
  • Eltern bemerken immer wieder, dass sie  nicht immerzu mit ihren Kindern kuscheln können oder dass sie froh sind, dass ihr Kind jemanden hat, der es immer trösten kann, auch dann, wenn die Eltern gerade nicht da sind. Sie sind froh, dass ihr Kind außer ihnen auch noch einen anderen Ansprechpartner und Halt hat.
  • Eltern empfinden die Kuscheltierbeziehung als hilfereich für die Entwicklung ihres Kindes: Der Umgang mit dem Kuscheltier fördere die Phantasie, schule das Einfühlungsvermögen, bringe den Sohn dazu, die Vaterrolle zu erlernen, fördere soziales Verhalten und die Fähigkeit zu freundschaftlichem Umgang sowie die Fähigkeit, sich trotz der Überfülle für eine konkrete Beziehung entscheiden zu können.
  • Manche Eltern kuscheln selber mit den Kuscheltieren ihrer Kinder und reden mit ihnen (ohne Beisein der Kinder), haben sie lieb.
  • Manche sind froh, dass die Beziehung nicht so extrem ist.
  • Eine Reihe von Eltern Eltern empfindet die Kuscheltierfülle als Überangebot.
  • Ab und an ist es für Eltern ein Problem, dass sie die Kuscheltier nicht so einfach entsorgen können.

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 Beziehen die Kinder ihre Eltern in den Umgang mit dem Kuscheltier ein?

  • Öfter schenken Kinder ihren Eltern ein Kuscheltier, versuchen sie mit Kuscheltieren zu trösten oder leihen ihnen ein Kuscheltier fürs Bett.
  • Viele Kind ist daran interessiert, dass Eltern das Kuscheltier auch lieb haben.
  • Die meisten Kinder Kinder holen Eltern in ihr Spiel mit dem Kuscheltier hinein.
  • Etliche Kinder spielen Rollenspiele mit Kuscheltier und Eltern.
  • Oft dürfen Eltern als Kuscheltier sprechen und dieses bewegen.
  • Für einige wenige Kinder haben die Eltern in ihrer Kuscheltier-Beziehung nichts zu suchen.

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Werden die Kuscheltiere in den Familienalltag eingebunden?

  • Es gibt offenbar Familienunternehmungen und Familienrituale, an denen die Kuscheltiere im gemeinsamen Einvernehmen von Kuscheltier-BesitzerIn und Eltern teilnehmen. Dazu gehören vor allem Urlaubsreisen und längere Autofahrten.
  • Häufig sind Abendrituale mit den Kuscheltieren, bei denen Geschichten vorgelesen, Lieder gesungen und allen ausführlich Gute Nacht gesagt wird.
  • In etlichen Familien gibt es gemeinsame Rollenspiele, bei denen die Kuscheltiere Rollen übernehmen.
  • In einigen Familien nehmen die Kuscheltiere auch an Mahlzeiten teil.
  • Nur selten aber werden die Kuscheltiere außerhalb der Kinderzimmer aufbewahrt und haben etwa ihrenPlatz auf dem Wohnzimmersofa oder in der Küche auf der Fensterbank.

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Zusammengefasst :
In den meisten Fällen werden die Kuscheltiere  auch von den Eltern respektiert und in Teile des Tagesablaufes einbezogen. Die meisten Eltern stehen den Kuscheltieren positiv gegenüber.  Kinder erwarten von den Eltern, dass diese das Kuscheltier beachten und seine Bedeutung respektieren. Die meisten Kinder sind daran interessiert, dass die Eltern ihre Kuscheltiere auch liebhaben. Nur wenige Kidner betrachten ihre Kuscheltiere als Wesen, die exklusiv nur zu ihnen Kontakt haben sollen.

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Der heiß begehrte Teddy

Geschichte aus unseren Kuscheltierinterviews
Folge XVII

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An einem Weihnachtsfest hatten sie beide den gleichen Teddy bekommen, sie und ihr Bruder. Aber die Teddys waren doch nicht ganz gleich, das waren sie nur auf den ersten Blick. Ihr Teddy schaute freundlich drein und der ihres Bruders blickte anders in die Welt, ein bisschen traurig, ein bisschen schief. Sie verliebt sich auf der Stelle in ihren Teddy – aber leider ihr Bruder auch. Der Vater versuchte den Teddymund vom Bruderteddy zu verändern, um ihm ein freundlicheres Gesicht zu geben, aber das nutzte nicht. Die ganze Kindheit begehrte der Bruder den Teddy seiner Schwester.

Irgendwann waren sie beide erwachsen, hatten selber Kinder und die alten Teddysorgen schienen vergessen.

Bis sie eines Tages ihren alten Teddy suchte und nicht mehr fand.
Schließlich wurde sie beim Bruder fündig. Der hatte sich den begehrten Teddy seiner Schwester beim letzten Besuch einfach unter den Nagel gerissen. Schließlich hatte der ganz unbeachtet bei seiner Schwester in irgend einer Ecke gesessen.

Jetzt – beide gehen auf die 40 zu –  müssen die beiden wohl oder übel in Verhandlungen eintreten, um den weiteren Verbleib des einen, von beiden schon immer geliebten Bären abzusprechen, strittige Sorgerechtsfragen um einen alten Teddy  sozusagen.

vertraut und dennoch unbekannt